Lehman-Lehren

Die Süddeutsche Zeitung (15.9.2009) befragte Wirtschaftswissenschaftler zu den Lehren aus der Lehman-Pleite und der dadurch ausgelösten Banken- und Wirtschaftskrise – unter anderem Nobelpreisträger Joseph Stiglitz:

Aus dem Bankrott von Lehman Brothers sind zwei … Lehren zu ziehen: Erstens darf man Banken nicht erlauben, dass sie so groß und verwoben werden, dass ihr Untergang eine Krise auslöst… Zweitens gibt es … Handlungsalterniven sowohl zum Ansatz von Henry Paulson, Ben Bernanke und Timothy Geithner, Lehman einfach untergehen zu lassen und zu zu hoffen, dass alles gut geht, als auch zur Blankoscheck-Politik der Regierung Obama. Es hätte … gesetzliche Vorschriften gegeben, um Banken unter staatliche Zwangsverwaltung zu stellen… stattdessen schüttet man Hunderte Milliarden Dollar in die Banken.
Der Finanzsektor will uns glauben machen, dass alles gut geworden wäre, wenn man nur Lehman gerettet hätte. Das ist reiner Unsinn. Lehman war eine Folge, keine Ursache. Der Zusammenbruch war die Konsequenz verfehlter Leihepraktiken und unangemessener Aufsicht… Die Finanzmärkte haben ihre Kredite aus einer Spekulationsblase heraus gegeben, die sie selbst geschaffen haben… Die Branche hat in harter Lobbyarbeit alle die Regulierungen beseitigt, die die Fehlentwicklunen hätten verhindern oder zumindest begrenzen können…
Auch wenn Lehman nicht untergegangen… wäre, hätten der Weltwirtschaft Schwierigkeiten bevorgestanden… Der Fall von Lehman hat den Prozess des Kreditabbaus beschleunigt und die dahinterliegenden Probleme offengelegt.

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