Banker wollen Boni vom Gericht

1,5 Millionen Euro Abfindung klagte Jens-Peter Neumann vor dem Arbeitsgericht Frankfurt ein, nachdem ihm bereis ein Bonus von 3 Millionen Euro ausbezahlt worden war. Neumann war bei der Dresdner Bank für das Kapitalmarktgeschäft zuständig – ehe diese von der Commerzbank übernommen wurde.

Die Vorstände der Investmentbank Dresdner Kleinwort Eduardo Listorti, Stefan Gütter und Martin Newson klagen vor dem Londoner High Court Bonuszahlungen von 6,6 Millionen, 4,3 Millionen und 3,2 Millionen Euro ein – weil ihre Geschäftsbereich 2008 Gewinne gemacht und ihre Ziele übererfüllt hätten. So hätte etwa Listorti mit seinen Spekulationen auf Rohstoffe, Devisen und Anleihen 1,1 Milliarden Euro Ertrag erzielt.

Zur Erinnerung: Die Commerzabank hatte mit dem Kauf der Dresdner Bank 400 Millionen Euro Bonusverpflichtungen übernommen, die sie strich als der Jahresabschluss 2008 vorlag. Der Bund hatte zwischenzeitlich die Commerzbank gerettet und war dort mit 25 Prozent zum größten Aktionär aufgestiegen.

Auch bei Barclays kassieren die Manager wieder kräftig ab – nur ohne Gericht: Die Tochter Barclay Global Investment (BGI) zahlt an Barclays Präsident bob Diamond eine Prämie von 25 Millionen Euro für den Verkauf der Tochterfirma BGI an die amerikanische Investmentgesellschaft Blackrock. BGI-Topmanager Blake Grossmann bekommt sogar rund 60 Millionen Euro für das Geschäft.

Ander Banken wie die Schweizer UBS, die Citgroup und die Bank of Amerika haben Wege gefunden, ihren Managern wieder Spitzengehälter zu zahlen – sie haben einfach die Boni gekürzt und dafür die Fixgehälter kräftig angehoben.

Quelle: Süddeutsche Zeitung (18.6.2009)

Ein Gedanke zu „Banker wollen Boni vom Gericht

  1. woimmer

    Die neue -alte Schamlosigkeit –
    Es graut mir vor der Schamlosigkeit der Angestellten der HRE, die ihre Vergütungen auch noch haben wollen und wohl auch bekommen haben, obwohl unsere Steuergelder ihren Arbeitsplatz gerettet haben. Da wäre doch eine Änderungskündigung mit Streichung irgendwelcher Prämien die bessere Lösung gewesen – die Schlafmützen der politischen Verwaltung dieses riesige schwarzen Lochs öffentlicher Finanzmittel haben es wieder einmal versemmelt und das in Millionenhöhe!!
    Ach ja, ich vergaß, wir haben uns an die Milliardenbeträge öffentlicher Verschleuderung zu gewöhnen, was machen da die paar hundert Millionen schon aus. Schließlich fließen in die Lotteriegesellschaften ebenso große Summen, um ein paar Millionen zu verteilen an ein paar arme Spieler.
    Ich rate, lerne Bankkaufmann/frau und warte bis zur nächsten großen Pleite, dann brauchst du nicht Lotto spielen.

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