Kinder sterben wegen Lehman-Pleite

Die Weltbank rechnet für dieses Jahr mit 30.000 bis 50.000 toten Kindern in Afrika, die es nicht gegeben hätte, wäre die Bank Lehman Brothers nicht pleite gegangen.
Afrika leidet unter der weltweiten Finanzkrise – insbesondere die Länder, die den Rezepten des internationalen Währungsfonds gefolgt waren und zum Nutzen ausländischer Investoren ihre Volkswirtschaften geöffnet hatte. Derzeit liegen Investitionsprojekte im Wert von 82 Milliarden US-Dollar wegen der Finanzmarktkrise auf Eis. Neuinvestitionen schrumpften von 32,7 auf 26,7 Milliarden Dollar in nur einem Jahr. So kippte der Bergbauriese Rio Tinto in Guinea den Ausbau einer Bauxitmine (6,5 Milliarden Dollar), der Stahlkonzern Arcelor Mittal Investitionen in eine Eisenerzmine in Liberia im Wert von 1,5 Milliarden.
Nach der Finanzkrise litt Afrika besonders unter der dadurch ausgelösten Spekulationswelle mit Lebensmitteln, die die Nahrungsmittelpreise in die höhe trieb. Und noch etwas: das Krisengeld des IWF kommt in Afrika nicht an: 82 Prozent der internationalen Hilfen gegen die Folgen der Finanzkrise gingen in europäische Länder, nur 1,6 Prozent nach Afrika.
Quelle: die tageszeitung (15.9.2009)

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