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Elite der Superreichen

Zwischen 16 700 000 000 000 Euro (16,7 Billionen) und 25 700 000 000 000 Euro hat die weltweite Elite der Superreichen mit Hilfe der Vermögensverwalter der Großbanken in Steueroasen versteckt.

Insgesamt sind es zwar 10 Millionen Menschen, die ihr Geld vor der Steuer verstecken. Doch 9 800 000 000 000 US-Dollar (9,8 Billionen oder in englischer Schreibweise „Trillionen“) – also etwa die Hälfte des „offshore“ gebunkerten Vermögens gehört nur 92.000 Menschen (0,001% der Weltbevölkerung). Jeder dieser Superreichen hat also im Durchschnitt etwas mehr als 105 Millionen US-Dollar vor den Steuerbehörden im Ausland „versteckt“.

Nimmt man an, dass die 16,7 Billionen Euro in den Steueroasen sich durchschnittlich mit 3 Prozent verzinsen und könnte man auf diese Zinsen 30% Steuern erheben, hätten die von den Superreichen geprellten Staaten jährlich 155 Milliarden Euro höhere Steuereinnahmen. Das ist mehr als die gesamten weltweiten Aufwendungen für Entwicklungshilfe.

Quelle: telepolis, 22.7.2012

Nicht belastend

Die Medien nahmen die Einkommenssteuerstatistik-Jahresmeldung, um Stimmung gegen jede Form von Steuererhöhungen oder „Reichensteuern“ zu machen. Die Überschrift der Pressemittelung des statistischen Bundesamts war ja auch zu verführerisch: „1 Prozent der Steuerpflichtigen zahlt 25 Prozent der Einkommenssteuer“.

Dabei lohnt ein genauerer Blick: Die 383.000 Topverdiener unter den 38,4 Millionen Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen, dieses 1 Prozent kassiert immerhin 13,1 Prozent aller Einkünfte und versteuert durchschnittlich 172.000 Euro im Jahr (mehr als 14.000 Euro monatlich).

Dem steht die untere Hälfte der Steuerpflichtigen, die unteren 50 Prozent gegenüber. Diese gut 19 Millionen Lohn- und Einkommensteuerzahler erzielen zusammen nur wenig mehr Einkommen als das reichste Prozent – nämlich 14,3 Prozent aller steuerpflichtigen Einkünfte oder weniger als 22.500 Euro jährlich (1875 Euro monatlich).

Und noch zwei Details: Die Statistik bezieht sich auf das Jahr 2007 und die durchschnittliche Steuerbelastung aus Einkommenssteuern beträgt in Deutschland 19,9 Prozent.

Quelle: telepolis (12.10.2011)

Reich und antidemokratisch

Durchaus kurios ist ein Plan, den ein paar amerikanische „Libertäre“ verfolgen. Vor der Küste Kaliforniens wollen sie Inseln errichten, die radikal-marktwirtschaftlich funktionieren. Wie dem Bericht der „telepolis“ über das Vorhaben zu entnehmen ist, steckt dahinter Peter Thiel, der einst den Internet-Bezahldienst „Pay Pal“ gründete und jetzt einen Hedgefonds verwaltet. Thiel, der auch die Kampagnen von demokratiefeindlichen, extrem rechten Republikanern unterstützt, hält nichts von Demokratie, sondern nur von der Macht des Geldes. Eine Hoffnung jedenfalls macht der Artikel: Die Anschubfinanzierung von 120 Millionen Dollar für die erste Reichen-Insel, auf der 200 Menschen leben sollen (Diener, Sklaven und anderes Personal nicht eingerechnet, da „Loser“ keinen Zutritt haben sollen), kommt nicht so recht voran.

Luxuswaren

36 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Luxuswaren werden von französischen Firmen gemacht – 23 Prozent in den USA und 13 Prozent in Italien. Die 36 Prozent entsprechen 35 Milliarden Euro, was in der französischen Wirtschaft mehr ist als aus der dortigen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Der Markt mit 200.000 Beschäftigten und 40.000 Firmen wird beherrscht von zwei großen Konzernen: LVMH mit Marken wie Louis Vutton, Moet Hennessy, Dior, Kenzo, Givenchy, Tag Heuer, Dom Pérignon und PPR mit Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent. Marken wie Hermès, Chanel und L’Oréal sind noch selbstständig. Das Vermögen von LVMH-Chef Bernard Arnault wird auf 23 Milliarden Euro geschätzt.

Frankreichs Erfolg mit Luxuswaren hat eine Tradition, die zu den absolutistischen Königen im 17. Jahrhundert zurückreicht und heute davon profitiert, dass die Neureichen aus Russland und China nach Frankreich zum Einkaufen fliegen. Diese bringen soviel Geld mit, dass beispielsweise Louis Vutton Läden seit kurzem eine Stunde früher schließen, um nicht jeden Tag leer gekauft zu werden.

Während der Luxus boomt sank in Frankreich der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung des Landes zwischen 1998 und 2008 von 22 auf 16 Prozent.

Quelle: Die Zeit 30.9.2010

Steuer kann um 3 Prozent steigen

Einige bemerkenswerte Zitate aus einem Interview, das der Drogerieunternehmer Dirk Roßmann der „taz“ (28.6.2010) gab:

…man darf jetzt nicht die Schwächsten zur Kasse bitten… Jeder Cent, den ein Hartz-IV-Bezieher ausgibt … hält die Wirtschaft in Gang. Umgekehrt fehlt jeder Cent, den man bei den Arbeitslosen kürzt, letztlich auch in den Kassen der Unternehmen.

Für reiche Privatpersonen und Unternehmen könnten die Steuerseätze ruhig um drei Prozent steigen. Die Leute mit den höchsten Einkommen würden dann nicht 45 sondern 48 Prozent entrichten. Das … würde zu einem heftigen Aufschrei führen. Aber die Diskussion über den armen Staat, das Sparen und die Schulden muss endlich aufhören. Die lähmt uns doch.

Unter den Vermögenden geht eine Angst davor um, dass uns unser System um die Ohren fliegt.

…zahlen wir natürlich Löhne, die dem Tarifvertrag entsprechen oder darüber liegen. Das ist uns sehr wichtig. Respekt und Achtsamkeit gegenüber jedem Mitarbeiter…

Wir haben im vergangenen Jahr gut drei Prozent vom Umsatz vor Steuern verdient. Das ist genug, um solide wirtschaften zu können.

Roßmanns Drogeriekette ist nach Schlecker und dm die Nummer 3 in diesem Wirtschaftssegment. Mit weltweit 29.000 Beschäftigten erwirtschaftet Rossmann einen Jahresumsatz von 4,1 Milliarden Euro in 2300 Filialen. Der Vorsteuergewinn betrug 2009 90 Millionen Euro. In Deutschland gibt es 1550 Geschäfte, die 3,1 Milliarden Euro Umsatz machen. Das Firmenkapital gehört zu 60% der Gründerfamilie, 40 Prozent hält der Honkonger Konzern Hutchinson Whampoa.

Steuersenkung: FDP lügt weiter

Je schlechter die Umfragewerte der Koalition desto hartnäckiger fordern die FDP-Politiker Steuersenkungen. Die „taz“ (24.6.2010) gibt dazu die nötige Antwort:

„…posieren die Lieberalen in ihrer Lieblingsrolle: Sie geben den Anwalt des kleinen Mannes. Vor allem die ‚geringen und mittleren Einkommen‘ würden von ihren Steuerreformen profitieren versprechen sie immer wieder. Das ist eine glatte Lüge. Tatsächlich würden vorrangig die Oberschichten bedient. Der Steuerzahlerbund hat die FDP-Pläne durchgerechnet: Spitzenverdiener sparen 1534 Euro im Jahr, bei Niedriglöhnern wären es weit unter 200 Euro.
Zudem ist verräterisch, dass die Liberalen nicht das Naheliegende vorschlagen. Wenn es angeblich Luft im Haushalt gibt – dann könnte man ja die Sparbeschlüsse zurücknehmen, die die Hartz-IV-Empfänger treffen.“

Echte Millionäre

Ein „investierbares Vermögen“ ist der Geldbesitz, der nicht im eigenen Haus, nicht im Besitz von Konsumgütern (z.B. Autos, Möbel) und auch nicht in Sammlungen (z.B. Bilder, Briefmarken) steckt – also frei verfügbares Vermögen. Demnach sind echte Dollar-Millionäre solche, die ein „investierbares Vermögen“ von mehr als einer Million Dollar ihr eigen nennen.

In Deutschland lebe 810.000 solcher echter Dollar-Millionäre. Das ist Platz 3 auf der Welt (nach den USA 2,46 Millionen Dollar-Millionäre) und Japan (1,37 Millionen) und gemessen an der Bevölkerungszahl wohl die höchste Dichte „echter Dollar-Millionäre“ der Welt.

Quelle: Die Zeit, 17.6.2010

Teure Villa wegen Krise nicht verkauft

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ meldet streiten sich eine brasilianische Bankierswitwe und ein russischer Oligarch derzeit vor einem französischen Gericht um 39 Millionen Euro. Das Geld hatte der Russe als „Anzahlung“ für den Kauf der teuersten Villa der Welt gezahlt. Doch die Finanzkrise verhagelte dem Milliardär den 390 Millionen Euro teuren Kauf. Doch die Brasilianerin, die zuerst nicht verkaufen wollte, dann wegen des hohen Preises das Luxus-Anwesen doch veräußern wollte, will die „Anzahlung“ nun behalten – was angeblich nach französischem Recht legal sei – und die Villa nun auch nicht mehr hergeben. Sie hat zwischenzeitlich ihr Hauspersonal (Köche, Gärtner, Wachleute) wieder eingestellt.

Quelle: SZ-Online

Wer ist eigentlich Mittelschicht?

1992 gehörten 60,6 Prozent der Bevölkerung der „mittleren Einkommensgruppe“ an. Dieser Anteil ist bis 2006 auf 54,4 Prozent geschrumpft. Gewachsen ist die Zahl der Beschäftigten, die untere Einkommen beziehen (von 21,8 auf 24,4 Prozent) und die Zahl derjenigen, die „obere Einkommen“ haben (von 17,6 auf 21,3 Prozent). Die Mittelschicht schrumpft also, Oben und Unten wird mehr.

Untere Bruttogehälter im Bereich der Vollzeiteinkommen waren im Jahr 2006 beispielsweise Friseure mit durchschnittlich 1305 Euro monatlich oder Wachleute mit 1837 Euro.

In der Mitte reicht die Spanne von Sprechstundenhilfen mit 2306 Euro brutto monatlich für einen Vollzeitjob bis zu 3778 Euro für einen Bankangestellten.

Die oberen Einkommen haben zum Beispiel Industriemeister mit 4097 Euro brutto oder Notare mit 6106 Euro im Monat.

Quelle: Die Zeit 17.9.2009

Sozialleistungen für wen?

Das reichste Zehntel der Bevölkerung hatte im Jahr 2006 ein monatliches Durchschnitts-Nettoeinkommen von 5578 Euro – Netto monatlich also deutlich mehr als die vom Brutto zu bezahlenden rund 4000 Euro jährliche effektive Sozialabgaben dieser Gruppe (gerechnet nach geleisteten Zahlungen abzüglich erhaltene Zuschüsse – etwa Kinderfreibeträge).

Das ärmste Zehntel der Bevölkerung hat ein monatliches Nettoeinkommen von 942 Euro und bekommt jedes Jahr vom Staat per Saldo 1000 Euro Sozialleistungen (rund 85 Euro im Monat)

Die beiden Gruppen in der Mitte haben 1616 und 1859 Euro netto monatlich und bekommen ein paar wenige Euro oder zahlen ein paar hundert Euro im Jahr an Sozialleistungs-Saldo.

Quelle: Die Zeit 17.9.2009

Reiche wollen Steuern zahlen

35 reiche Leute haben den Appell „Vermögende für eine Vermögensabgabe“ unterzeichnet und fordern, dass Besitzer eines Vermögens von mehr als 500.000 Euro in den Jahren 2009 und 2010 jeweils 5 Prozent ihres Vermögens an den Staat abführen sollten – was rund 20 Milliarden Euro aus dieser Steuer bringen würde.

Quelle: Frankfurter Rundschau 25.9.2009

Reiche haben Sorgen

Als „zynisch“ empfindet die Kommentatorin Sibylle Haas von der „Süddeutschen Zeitung“ (27.8.2009) die Sorgen der Reichen, die das DIW ermittelt hat. Angesichts von Monats-Nettoeinkommen, die bei reichen Singles bei 2600 Euro beginnen (vierköpfige Familien 5460 Euro netto monatlich), seien die Sorgen von Schickedanz, Schaeffler und Co. vor sozialem Abstieg doch so, dass sie jeder Normalarbeitnehmer gerne haben möchte.

Denn die Realität der Niedriglöhner mit weniger als 10 Euro pro Stunde Lohn (brutto!), der Kurzarbeiter und der Normalarbeitnehmer, die beispielsweise im öffentlichen Dienst laut Bundesfinanzplan nicht mehr als 1 Prozent jährlich Lohnzuwachs bekommen dürfen, sieht anders aus. „Von der Genügsamkeit der Masse können die besorgten Reichen eine Menge lernen“ schreibt die Kommentatorin unter Bezug auf die sinkenden Reallöhne während der Boomjahre 2004 bis 2008 als die Gewinne der Reichen explodierten. Der Anteil der Reichen in der Bevölkerung stieg in dieser Zeit von 5 auf 7 Prozent. Aber nur 1 Prozent der Deutschen bezeichnet sich als „sorgenfrei reich“ – in der Regel ältere Paare ohne Kinder aus Westdeutschland mit eigenem Haus und 400.000 Euro Vermögen. Diese sorglos Reichen sind übrigens zu mehr als der Hälfte höhere Beamte oder leitende Angestellte im öffentlichen Dienst.

Reiche mit noch mehr Geld

Zwischen 2002 und 2007 steigerte das reichste Zehntel seinen Anteil am Nettovermögen der Deutschen von 57,9 auf 61,1 Prozent. 10 Prozent der Deutschen besitzen also fast zwei Drittel des Geldes.

Dagegen hat die untere Hälfte der Deutschen gar kein Vermögen, wenn man die Schulden der 10 Prozent Ärmsten mit den Ersparnissen der 40 Prozent Ärmeren im Land gegenrechnet. Und die Mittelschicht? Teilt sich ein gutes Drittel der Vermögenswerte, wobei auch hier gilt: Wer Geld hat, kann mehr Vermögen bilden – und die Kluft ist in den fünf Jahren, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betrachtete, noch einmal deutlich größer geworden.

Quelle: Frankfurter Rundschau 22.1.2009

P.S.: Zu den 10 Prozent der reichsten Deutschen gehört jeder, der als Angestellter ein Brutto-Monatseinkommen von mehr als 4000 Euro bezieht! Aber das ist eine andere Statistik.