Steuer kann um 3 Prozent steigen

Einige bemerkenswerte Zitate aus einem Interview, das der Drogerieunternehmer Dirk Roßmann der „taz“ (28.6.2010) gab:

…man darf jetzt nicht die Schwächsten zur Kasse bitten… Jeder Cent, den ein Hartz-IV-Bezieher ausgibt … hält die Wirtschaft in Gang. Umgekehrt fehlt jeder Cent, den man bei den Arbeitslosen kürzt, letztlich auch in den Kassen der Unternehmen.

Für reiche Privatpersonen und Unternehmen könnten die Steuerseätze ruhig um drei Prozent steigen. Die Leute mit den höchsten Einkommen würden dann nicht 45 sondern 48 Prozent entrichten. Das … würde zu einem heftigen Aufschrei führen. Aber die Diskussion über den armen Staat, das Sparen und die Schulden muss endlich aufhören. Die lähmt uns doch.

Unter den Vermögenden geht eine Angst davor um, dass uns unser System um die Ohren fliegt.

…zahlen wir natürlich Löhne, die dem Tarifvertrag entsprechen oder darüber liegen. Das ist uns sehr wichtig. Respekt und Achtsamkeit gegenüber jedem Mitarbeiter…

Wir haben im vergangenen Jahr gut drei Prozent vom Umsatz vor Steuern verdient. Das ist genug, um solide wirtschaften zu können.

Roßmanns Drogeriekette ist nach Schlecker und dm die Nummer 3 in diesem Wirtschaftssegment. Mit weltweit 29.000 Beschäftigten erwirtschaftet Rossmann einen Jahresumsatz von 4,1 Milliarden Euro in 2300 Filialen. Der Vorsteuergewinn betrug 2009 90 Millionen Euro. In Deutschland gibt es 1550 Geschäfte, die 3,1 Milliarden Euro Umsatz machen. Das Firmenkapital gehört zu 60% der Gründerfamilie, 40 Prozent hält der Honkonger Konzern Hutchinson Whampoa.

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