Schlagwort-Archive: Manager

Bestechung ist üblich

Einer jährlich durchgeführten Umfrage der Unternehmensberatung Ernest & Young zufolge gibt jeder sechste Finanzchef eines großen Unternehmens zu, dass seine Firma Bestechungsgelder zahlt, um an Aufträge zu kommen. Für die Untersuchung wurden 1700 Manager aus 43 Ländern befragt, darunter 400 Finanzverantwortliche. Im Jahr 2010 hatte übrigens nur jeder 10. Finanzmanager zugegeben, Bestechungsgelder zu zahlen.

Quelle: telepolis, 25.5.2012

Manager will Gewerkschafter ausrotten

Über Twitter verbreitete der Fußballmanager Pedro Duarte von der Firma „New Media Real Madrid“ seine faschistischen Ansichten: Zum Generalstreik in Spanien fiel ihm ein, Gewerkschaften müssten „ausgerottet“, ihre Mitglieder „an die Wand gestellt“ werden, da sie „Abschaum“ seien.

„Wir organisieren uns, um sie fertig zu machen“ twitterte der Manager, der gleichzeitig Universtitätsprofessor ist, an seine Studenten. Man kann nun diesen Vorfall als Einzelfall abtun, als Gewürge eines erklärten Hitler-Anhängers. Angesichts der Tatsache, dass in Spanien die rechtsextreme Regierung der faschistischen Nachfolgepartei PP den Aufruf zu Generalstreiks strafrechtlich verfolgbar machte und angesichts der Tatsache, dass die „Troika“ aus EU-Kommission, europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds bei ihren „Hilfsprogrammen“ großen Wert darauf legt, dass Gewerkschaftsbetätigung eingeschränkt wird, um freie Bahn für Lohnsenkung und Rentenkürzung zu bekommen sagt hier nur einer ganz ehrlich, was die große Mehrheit der globalisierten Wirtschaftselite denkt.

Quelle: telepolis, 20.4.2012

Spitzenverdiener

Deutschlands bestbezahlter Manager soll laut „Manager Magazin“ der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Medienkonzerns sein. Er erhielt 2009 rund 11 Millionen Euro, was der Konzern allerdings bestreitet.

Auf Platz 2 folgt der Chef-Investmentbanker der Deutschen Bank Anshu Jain. Der Chefspekulant bekam rund 10,3 Millionen Euro Gehalt und Prämien. Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Josef Ackermann, durfte sich 9,4 Millionen Euro in die Tasche stecken.

Insgesamt rangieren auch europaweit sechs Manager deutscher Firmen unter den 10 Spitzenverdienern. Insgesamt zahlten die DAX-Konzerne ihren Managern wie schon 2008 409 Millionen Euro.

Nicht bekannt und eher unwahrscheinlich ist, dass die Manager für ihr Einkommen den deutschen Spitzensteuersatz von 45 Prozent gezahlt haben. Die „Steuervermeidungsstrategie“ der Superreichen wird vermutlich auch diesmal funktionieren.

Quelle für die Einkommensdaten: Südwest Presse (26.6.2010)

Rendite-Glück

Ausgerechnet einer der gläubigsten Anhänger der These, dass Finanzmärkte „effizient“ seien – der Chicagoer Ökonom Eugene Fama hat in einer wissenschaftlichen Überprüfung der Realität herausgefunden, dass Erfolg von Investmentfonds ausschließlich auf Glück zurückzuführen ist. Untersucht wurden die Renditen von 3156 Investmentfonds in den Jahren 1984 bis 2006. Dabei stellte sich heraus, dass es unmöglich ist, zu sagen, ob die jeweiligen „Erfolge“ der Fonds auf Glück oder Leistung der Fondsmanager zurückzuführen sind.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 3.2.2010

Unmöglich: Thearpie für Top-Manager

Der Aachener Psychoanalytiker Micha Hilgers machte sich in der Frankfurter Rundschau (16.10.2009) Gedanken zur „Mittelschichtorientierung“ der Psychotherapie.

Dabei konstatierte er zunächst, dass diese These stimme, weil die ambulante psychotherapeutische Behandlung als Voraussetzung „Sekundärtugenden“ wie Disziplin, Zuverlässigkeit, Frustrationstoleranz und Regelbewusstsein habe. Da diese „Sekundärtugenden“ bei den defizitären Sozialisationsbedingungen der Unterschichten nicht gegeben seien – insbesondere, weil immer weniger Geld in Bildung, Ausbildung und Sozial- und Jugendhilfe fließe (und stattdessen die gesundheitlichen Folgen dem Gesundheitssystem aufgebürdet würden) – sei es schwierig, das Hartz-IV-Milieu psychotherapeutisch zu betreuen.

Umgekehrt sei es auch schwer, Top-Manager von ihren seelischen Erkrankungen zu heilen: Top-Manager mit Jahreseinkommen von einer Million Euro und mehr sind es gewohnt, ihre Umgebung zu manipulieren und lehnen von daher die Psychotherapie ab. Außerdem befürchten die Reichen, dass der Lohnabstand zu ihren Therapeuten bei diesen Neid hervorruft, was einer Therapie nicht förderlich ist. Und schließlich vermischen sich bei den Spitzenleuten der Wirtschaft ihre persönlichen Erkrankungen mit der gesellschaftlichen Gerechtigkeitsdebatte.

Dem Boss huldigen

Seit 1958 gibt es in den USA den als „freiwillien Feiertag“ geführen „boss day“. An diesem Tag huldigen die Angestellten ihren Chefs mit Karten und kleinen Geschenken, zeigen sich als „happy worker“ (glückliche Arbeiter).

Dabei haben die US-Beschäftiten keinen Grund glücklich zu sein:

  • alle 23 Minuten wird dort ein Beschäftigter gefeuert, weil er sich gewerkschaftlich betätigt.
  • Seit 1980 – dem Amtsantritt des Republikaners Ronald Reagan als Präsident – haben sich die Durchschnittslöhne der US-Beschäftigten nur um 15 Prozent erhöht, die Produktivität stieg gleichzeitig um 67 Prozent.
  • Viele Unternehmen zahlen nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn von 7,25 Dollar – vor allem indem sie ihren Beschäftigten die Bezahlung von Überstunden vorenthalten (und dabei 50 bis 60 Stunden Wochenarbeitszeit verlagen).

Quelle: die tageszeitung 16.10.2009

Krisengewinnler

Manche sehen in George Soros einen Menschenfreund, der sein riesiges Vermögen nutzt, um demokratische Bildung zu fördern. Und viele sehen in Soros einen profilierten Kritiker des Casino-Kapitalismus, der die notwendigen Kontrollen für die Finanzmärkte fordert. Und immerhin bezeichnete er die derzeitige Wirtschaftskrise korrekt als die schwerste seit den 1930er-Jahren.

 Dass Soros aber jetzt wieder einmal zu den Hauptprofiteuren der Spekulationsgeschichte ins Rampenlicht rückt, wird gerne beiseite geschoben. Der 79-jährige ist derzeit mit einem Jahreseinkommen von 1,1 Milliarden US-Dollar der bestbezahlte Hedgefonds-Manager der Welt. Während die Konkurrenz unter dem Abzug von Kapital leidet, punktet Soros mit seinem Fonds, den er erst 2007 auflegte. Offenbar sah der Oberspekulant eine Möglichkeit, im Casino risikolos Gewinne mitzunehmen.

Soros hat immer erfolgreich auf unregulierten Märkten spekuliert – 1993 als er mit geliehenen Pfund gegen die Bank von England wettete und so das Pfund aus dem  europäischen Währungssystem kegelte. Auch in der Asienkrise 1998 wettete Soros gegen ganze Volkswirtschaften. Und bei seinen Spekulationsgeschäften ist Soros durchaus kriminell: 2006 verurteilte ihn ein französisches Gericht in letzter Instanz wegen Insiderhandels. Es ging um eine Spekulation mit dem Verkauf von Aktien der Großbank Société Générale, die ihm 2,2 Milliarden Dollar Gewinn bescherte. Und Soros gründet seine Firmen immer in Steueroasen, die der US-Bankenaufsicht entzogen sind. Sein berühmter Quantum-Fonds residiert in solchen Finanzplätzen und schon 1968 managte er einen Hedge-Fonds auf Curacao.

Quellen: Frankfurter Rundschau (3.9.2009) und Wikipedia

Luxushersteller-Chef ist einverstanden

Zitat aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung (4.6.2009) mit dem Chef des französischen Herstellers von Luxus-Lederwaren Hermès, Patrick Thomas.

Süddeutsche Zeitung: Frankreichs prominenter Gewerkschaftschef Bernard Thibault klagt, die Managergehälter richten sich nach der Wall Street und die Arbeiterlöhne nach China.

Thomas: Mit der Aussage bin ich völlig einverstanden. Man muss einen Mittelweg finden. Wer den Kapitalismus bewahren will, muss seine Exzesse korrigieren.

SZ: Sie rufen nach dem starken Staat?

Thomas: Die gegenwärtige Krise konnte nur entstehen, weil die Staaten versagt haben. Jetzt müssen sie wieder für Ordnung sorgen…