Schlagwort-Archive: Josef Ackermann

Hunger-Gewinne

Die Organisation „foodwatch“ hat einen Bericht veröffentlicht. In „Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren“ wird deutlich, welche Größenordnung zwischenzeitlich die Spekulation mit Agrarprodukten erreicht hat: bis Ende März haben Versicherungen und andere Anleger den Investmentbanken und Hedgefonds Nahrungsmittelwetten im Wert von 600 Milliarden US-Dollar abgekauft. Damit ist dieser Markt zu vier Fünfteln (80 Prozent) von Finanzspekulanten beherrscht, die nur das kurzfristige Interesse haben, die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben – mit der Folge noch größeren Hungers in der Welt.

Begleitend zur Veröffentlichung des Berichts gab es auch eine E-Mail-Aktion an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit dem Titel „Hände weg vom Acker, Mann“.

Quelle: telepolis (18.10.2011)

Gefährlicher Bankmanager

„Der deutsche Finanzsektor ist sehr problematisch und die Deutsche Bank ist besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen. Ihr Chef Josef Ackermann ist einer der gefährlichsten Bankmanager der Welt, weil er darauf besteht, eine Eigenkapitalrendite von 20 bis 25 Prozent zu erzielen. ein so hoher Gewinn ist nur mölgich, weil er genau weiß, dass die Deutsche Bank ein Systemrisiko darstellt und daher von den Steuerzahlern gerettet würde, falls ein Konkurs droht. Also wird auf Gewinn spekuliert – was dann auch die Boni der Manager maximiert.“

Der ehemalige Chefökonom des IWF Simon Johnson in einem Interview der taz (14.4.2011)

Ackermann sammelt Geld

10,2 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank mit der Ausgabe neuer Aktien eingenommen. Die Kapitalerhöhung, die für den Kauf der Postbank und aufgrund erwarteter schärferer Eigenkapitalvorschriften vorgesehen ist, wird in Wirtschaftskreisen als Vertrauensbeweis für den Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann gewertet. So lag der Preisabschlag der neu ausgegebenen Aktien bei nur 22 Prozent des Börsenkurses – andere Großbanken in Europa mussten Preisabschläge von 40 Prozent auf die aktuellen Kurse hinnehmen.
Quelle: Handelsblatt (5.10.2010)

Spitzenverdiener

Deutschlands bestbezahlter Manager soll laut „Manager Magazin“ der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Medienkonzerns sein. Er erhielt 2009 rund 11 Millionen Euro, was der Konzern allerdings bestreitet.

Auf Platz 2 folgt der Chef-Investmentbanker der Deutschen Bank Anshu Jain. Der Chefspekulant bekam rund 10,3 Millionen Euro Gehalt und Prämien. Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Josef Ackermann, durfte sich 9,4 Millionen Euro in die Tasche stecken.

Insgesamt rangieren auch europaweit sechs Manager deutscher Firmen unter den 10 Spitzenverdienern. Insgesamt zahlten die DAX-Konzerne ihren Managern wie schon 2008 409 Millionen Euro.

Nicht bekannt und eher unwahrscheinlich ist, dass die Manager für ihr Einkommen den deutschen Spitzensteuersatz von 45 Prozent gezahlt haben. Die „Steuervermeidungsstrategie“ der Superreichen wird vermutlich auch diesmal funktionieren.

Quelle für die Einkommensdaten: Südwest Presse (26.6.2010)

Extraprofit für Deutsche Bank

Wenn Herr Ackermann jetzt die Verunsicherung schürt, will er damit offenbar Extraprofite für seine Londoner Investmentabteilung organisieren.

DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ (17.5.2010) zu den Motiven von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der in der Talkshow von Maybrit Illner trotz des EU-Rettungsschirms skeptisch zur Kreditwürdigkeit Griechenlands geäußert hatte.

Freiheit in Ketten

Der Bankier Otto Steinmetz verlies einst die Deutsche Bank, weil die Investmentbanker um Josef Ackermann sich keiner bankinternen Risikokontrolle untwerwerfen wollten. Dann – bei der Dresdner Bank – stand er als „Risikovorstand“ im Mittelpunkt der Bankenkrise. In der Süddeutschen Zeitung (29.1.2010) rechnete er jetzt gnadenlos mit der Pseudo-Freiheit der Rendite-Maximierung ab – und benennt die Verantwortung der Politik in diesem Prozess:

..die Politiker haben die Globalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte vorangetrieben. Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft standen nicht mehr gleichberechtigt neben den Interessen der Aktionäre. Die Politik hat keinen Rahmen gesetzt und allein auf den freien Markt gebaut. Ich sage dagegen: Freiheit bedeutet, in Ketten zu tanzen. Dass die Finanzindustrie sich gegen Ketten wehrt, ist natürlich. Aber es ist die Aufgabe der Politik, diese Ketten zu schmieden und anzulegen.

Bundesbank gegen Boni-Banker

Bei der Tagung des Weltwährungsfonds (IWF) in Istanbul bot sich den Zuschauern ein interessantes Schauspiel: Der Chef der deutschen Bundesbank Axel Weber griff die Bankenbranche frontal an, indem er ankündigte, in Deutschland Grenzen für die Ausschüttung von Dividenden und Bonuszahlungen zu setzen. Sofort hielt Josef Ackermann von der Deutschen Bank dagegen und warnte vor solchen einzelstaatlichen Regeln, die den Wettbewerb verzerren würden. Auch sollten die international beschlossenen erhöhten Anforderungen an das Eigenkapital der Banken nicht überstürzt eingeführt werden.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (5.10.2009) kommentierte wie folgt:

Der Rendite-Irrsinn

Die Bundesbank hat recht, wenn sie mehr Eigenkapital erzwingen will

…Wie sollen sich die großen Geldhäuser dieser Welt in Zukunft einerseits an strengere Vorschriften halten, andererseits aber weiterhin Eigenkapitalrenditen von 20 oder gar 30 Prozent erwirtschaften?

Seit diesem Wochenende nun liegt des Rätsels Lösung auf dem Tisch … die Zeit der Mega-Renditen soll nämlich schlichtweg vorbei sein…

Unter der Hand wird in Notenbankkreisen sogar eine konkrete Zahl genannt, wo ein „sinnvolles Renditeziel“ in Zukunft liegen könnte: bei etwa zehn Prozent. Damit wären die Banken immer noch deutlich profitabler als viele Industrieunternehmen. Für die Kreditwirtschaft aber lag ein solcher Wert bisher jenseits aller Vorstellungskraft. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann etwa betonte am Wochenende noch einmal ausdrücklich, dass er keinen Grund sehe, von seinem 25-Prozent-Ziel Abstand zu nehmen.

Man muss ihm für dieses Aussage beinahe dankbar sein, denn sie verdeutlicht, dass ein Großteil seiner Zunft die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat und deshalb zu Reformen gezwungen werden muss. Eine Rendite von 25 Prozent lässt sich auf Dauer nur auf Kosten anderer Wirtschaftsteilnehmer und mit einer Kombination aus aufgeblähter Bilanz einerseits und geringem Eigenkapital andererseis erzielen…. Es ist gerade eine der zentralen Lehren der globalen Finanzkrise, dass die großen .. Banken Schocks nur dann finanziell verkraften können, wenn sie über genügend Eigenkapital verfügen. Wer das Problem lösen will, dass Banken allein ob ihrer schieren Größe ganze Staaten erpressen können, muss dafür sorgen, dass sich die Institute künftig bei ihren Eigentümern und nicht länger beim Steuerzahler gegen Verluste versichern.

Es ist wenig verwunderlich, dass ein solcher Mentalitätswechsel vielen Bankern schwerfällt, schließlich haben sie gerade in den letzten Monaten die gegenteilige Erfahrung gemacht: War ein Institut nur groß genug, wurde es – Ausnahme Lehman – vom Staat gerettet. Es ist deshalb auch nicht überraschend, dass in manchen Geldhäusern bereits wieder obszöne Summen für Bonuszahlungen zurückgestellt und hohe Ausschüttungen an die Aktionäre vorbereitet werden…

Die Forderung nach deutlich mehr Eigenkapital mag unspektakulärer .. sein als .. die Festlegung von Gehaltsgrenzen für Manager. Sie ist aber in Wahrheit das wichtigste Element einer besseren Krisenprävention… Nun muss nur noch die künftige Koalition in Berlin mitziehen.

Umverteilung geht weiter

Der öffentlich zelebrierte Kampf gegen die Boni von Bankmanagern lenkt davon ab, dass es in Pittsburgh beim G20-Gipfel nicht gelungen ist, die Krise ernsthaft anzugehen – eine Krise, die in den Industriestaaten bislang 25 Millionen Arbeitsplätze gekostet hat (soviel Vollzeit-Arbeitsplätze gibt es in Deutschland). In einem Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“ (24.9.2009) weist Alexander Hagelüken darauf hin, dass sich vor allem die Regierungen von London und Washington von ihren Banken einspannen lassen – weil diese enorme politische Macht haben: Vor der Krise stammten 40 Prozent aller Firmengewinne in den USA aus dem Bankensektor, der nur 10 Prozent der Arbeitsplätze des Landes bietet. „Die Superrenditen sind eine Droge, die immer noch wirkt“ schreibt Hagelüken und weiter:

…fällt doch auf, was auf der Agenda von Pittsburgh völlig fehlt: die Frage, wie das Wirtschaftssystem der Zukunft aussehen soll. Nach der Lehman-Pleite war viel von der Krise des Kapitalismus die Rede, von Fehlentwicklungen der Marktwirtschaft. Weil Renditen über alles gestellt wurden, womit die Gewinne explodierten und die Löhne stagnierten… Inzwischen ist die Debatte über das richtige Wirtschaftsmodell aber wieder erlahmt. Und Ackermann und andere propagieren längst erneut maximale Gewinne. Die große Umverteilung soll offenbar so weitergehen wie bisher.


Der Staat wird abgezockt

In einer Lesenswerten Artikelserie auf der „Telepolis“ fasst Jens Berger die öffentlichen Zeugenvernehmungen vor dem Bundestags-Untersuchugnsausschuss zur Pleite der Hypo Real Estate (HRE) zusammen – unter den Überschriften „Ein Münchner Bankhaus dreht am großen Rad“, „Eine systemrelevante Bank kollabiert“ und „Der Staat kapituliert vor den Banken“ wird noch einmal erzählt, wie Aufseher und Politik die Risiken unterschätzen und dann nach der Pfeife von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann tanzten – mit dem Ergebnis, dass für mehr als 100 Milliarden die Pleite-Bank noch nicht einmal den SteuerzahlerInnen gehört.

Ackermanns 7-Punkte-Agenda

In der „tageszeitung“ (3.8.2009) bezeichnet Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann Deutsche Bank Chef Josef Ackermann als derzeit mächtigesten Mann der Bundesrepublik und illustriert dies damit, wie seit dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate die gesamte politische Führung der Republik sich nach dem Rettungsplan des Bankmanagers richtet. Und Herrmann zeigt auch die 7-Punkte-Agenda Ackermanns zur künftigen Ausgestaltung der Finanzmärkte:

  1. Die „besten Banken“ sollen weiter eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent anstreben
  2. Technologisch hohe Hürden sollen ein Oligopol der Investment-Banken vor lästiger Konkurrenz schützen
  3. Die komplexen technologischen Informationssysteme sind nötig, um den Banken bei hochkomplizierten Finanzmarkt-Produkten den Überblick über eigene Risiken und die eigene Liquidität zu sichern – also einen Konkurrenzvorteil vor denjenigen Banken zu verschaffen, die nur weniger komplexe Produkte anbieten können.
  4. Ackermann begründet die notwendigkeit der komplizierten Finanzmarktprodukte (die – nebenbei – die Krise ausgelöst haben) mit den Finanzierungsnotwendigkeiten der Globalisierung. Herrmann sieht darin eine ideologisch motivierte Aufwertung des Bankers zum Finanzmarkt-Ingenieur – die Illusion einer „Finanzmarkt-Industrie“, die selbst Werte schafft. Und dies obwohl in Wahrheit der Finanzsektor parasitär von der Realwirtschaft lebt. Herrmanns Beispiel: Von den 932 Milliarden Euro Firmenkrediten stecken nur 20 Milliarden in verbrieften Finanzmarktprodukten. Das Geld der strukturierten Finanzmarktprodukte war einzig und allein das Spielgeld, das in der Immobilienblase steckte.
  5. Obwohl auch Ackermann weiß, dass Schrottpapiere auch bei höchster Komplexität Schrottpapiere bleiben, will er sie nicht verbieten – er will lediglich mehr Transparenz durch das Verbot des Handels von Bank zu Bank. Stattdessen möchte er „Clearingstellen“ zwischengeschaltet haben, also Börsen.
  6. „Clearingstellen“ sollen dafür sorgen, dass „schwache Marktteilnehmer“ schneller pleite gehen können, wobei Ackermann verschweigt, dass für die Verluste der Pleite-Banken immer der Staat und seine Bürger aufkommen müssen.
  7. Ackermann fordert mehr Eigenkapital für die Banken – wobei er nicht sagt, dass 25 Prozent Eigenkapitalrendite nur mit hohen Fremdkapital-Hebeln zu erreichen waren. Herrmann sieht deshalb die Gefahr noch komplizierterer Finanzmarkt-Produkte zur Erreichung des 25-Prozent-Renditeziels – und den nächsten Crash.

Hermann bewertet Ackermanns Strategie als volkswirtschaftliche Ausformung der betriebswirtschaftlichen Interessen der Deutschen Bank – deren Renditeziel ordnet der mächtigste Mann der Republik die Politik unter!