Umverteilung geht weiter

Der öffentlich zelebrierte Kampf gegen die Boni von Bankmanagern lenkt davon ab, dass es in Pittsburgh beim G20-Gipfel nicht gelungen ist, die Krise ernsthaft anzugehen – eine Krise, die in den Industriestaaten bislang 25 Millionen Arbeitsplätze gekostet hat (soviel Vollzeit-Arbeitsplätze gibt es in Deutschland). In einem Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“ (24.9.2009) weist Alexander Hagelüken darauf hin, dass sich vor allem die Regierungen von London und Washington von ihren Banken einspannen lassen – weil diese enorme politische Macht haben: Vor der Krise stammten 40 Prozent aller Firmengewinne in den USA aus dem Bankensektor, der nur 10 Prozent der Arbeitsplätze des Landes bietet. „Die Superrenditen sind eine Droge, die immer noch wirkt“ schreibt Hagelüken und weiter:

…fällt doch auf, was auf der Agenda von Pittsburgh völlig fehlt: die Frage, wie das Wirtschaftssystem der Zukunft aussehen soll. Nach der Lehman-Pleite war viel von der Krise des Kapitalismus die Rede, von Fehlentwicklungen der Marktwirtschaft. Weil Renditen über alles gestellt wurden, womit die Gewinne explodierten und die Löhne stagnierten… Inzwischen ist die Debatte über das richtige Wirtschaftsmodell aber wieder erlahmt. Und Ackermann und andere propagieren längst erneut maximale Gewinne. Die große Umverteilung soll offenbar so weitergehen wie bisher.


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