Neoliberales Lob

Ausgerechnet die „taz“ lobt heute in ihrem Leitartikel die IG Metall für deren Tarifstrategie, ohne prozentuale Lohnforderung die diesjährigen Verhandlungen zu beginnen – um gleichzeitig ver.di in die Pfanne zu hauen, die für den öffentlichen Dienst 5 Prozent fordert.

Dabei wird nicht nur unterschlagen, dass die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst seit Jahren unterdurchschnittliche Lohnerhöhungen hatten, während tariflich abgesicherte Metall-Arbeitnehmer sich über ein größeres Lohnplus freuen durften (erst auf Seite 3 liefert die taz diese Statistik nach). Es wird im Leitartikel auch unterschlagen, dass die IG Metall eine Arbeitszeitverkürzung zur Sicherung von Arbeitsplätzen fordert, die vom Staat subventioniert werden soll. Und es wird unterschlagen, dass die IG Metall Mitglieder vor allem in den von der Krise gebeutelten Auto- und Exportbranchen zu finden sind, während ver.di-Mitglieder ihre Tarifforderung mit dem Slogan „Sozial ist, was Kaufkraft schafft“ begründen.

Vor allem geht es dem taz-Leitartikler darum, in neoliberaler Manier die Gewerkschaftsbewegung öffentlich zu spalten, um der Forderung nach Lohnverzicht Nachdruck zu verleihen. Ganz neoliberal argumentierend setzt die taz in der Krise auf antigewerkschaftliche Reflexe. Damit stellt sich auch die „linksliberale“ taz in die Reihe der (wirtschafts-)liberalen, die vor allem Begründungen suchen, den Preis für die Ware Arbeitskraft zu drücken und den solidarischen Kampf gegen diese kapitalistische Zumutung zu diskreditieren.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial