1987: USA helfen bei Umschuldung Mexikos

Es begann wie heute in Europa: 1982 war Mexiko zahlungsunfähig und die Schuldenkrise drohte auf Argentinien und Brasilien überzugreifen – die Banken waren in Panik. Der Zahlungsunfähigkeit vorausgegangen war eine Phase von Billigkrediten: Öl-Dollars suchten lukrative Anlagen und fanden sie in Staatsanleihen. Die Pleite kam als der Dollarkurs anzog und die Zinsen weltweit erhöht wurden. Wie heute auch, wurde den Mexikanern von den USA und dem IWF das bekannte „Sparprogramm“ verordnet – und für das neue Kreditgeld musste Mexiko auch noch höhere Zinsen zahlen – die Schulden wuchsen weiter.

Anders als damals gab es ab 1987 dann aber eine zweite Phase im Drama: Die USA schlossen mit Mexiko ein Abkommen: Die USA bürgten für Kredite mit denen Mexiko alte Schulden zurückkaufte – aber nicht zum Nominalpreis, sondern zum viel niedrigeren Marktwert. Die Banken mussten bei diesem „haircut“ auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Finanziert wurde das ganze übrigens mit „Brady-Bonds“, Anleihen, die nach dem damaligen US-Finanzminister benannt waren.

Quelle: „taz“ (19.7.2011)

Ein Gedanke zu „1987: USA helfen bei Umschuldung Mexikos

  1. Stefan Wehmeier

    „Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren.“

    Arthur C. Clarke

    Zivilisation ist nicht eine Frage der Politik, sondern einer funktionierenden Makroökonomie, „die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht“ (Zitat: Silvio Gesell) und darum von „Spitzenpolitikern“ und „Wirtschaftsexperten“ am allerwenigsten verstanden wird, denn sie leben davon, dass die Volkswirtschaft eben nicht funktioniert, so wie Zahnärzte davon leben, dass viele Menschen ungesunde Zähne haben.

    Alle anderen verstehen die „banalsten Selbstverständlichkeiten“ solange nicht, wie sie auf subtile Weise von einem künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten gesteuert werden, der vor Urzeiten programmiert wurde, damit das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, überhaupt entstehen konnte, und der es der halbwegs zivilisierten Menschheit unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Voraussetzung dafür, dass es eine Zukunft gibt:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

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