Glaube versagt

Der feste Glaube an die Selbstregulierung der Märkte ist eine der Ursachen, warum der Weltwährungsfonds IWF 2008 die heraufziehende Finanzkrise nicht erkannte und damit wie schon bei der Asienkrise 1997/98 von den Finanzmarkt-Verwerfungen überrascht wurde. Weitere Gründe, die eine Untersuchung nennt, die der IWF selbst in Auftrag gab:

  • Wer nicht die ökonomische Mehrheitsmeinung vertritt, hat als IWF-Mitarbeiter schlechte Karten
  • „übermachtige Ehrfurcht“ vor den Finanzbehörden der USA und Großbritanniens

So wurde etwa Chefökonom Raghuram Rajan beim IWF vollständig ignoriert, als er 2005 auf die Gefahren deregulierter Märkte hinwies. Stattdessen wurde die US-Politik gelobt und Rufe nach Regulierung der neuen Finanzmarktprodukte vom IWF abgebügelt.

Ebenso ließ der IWF einen „Stresstest“, den er kurz vor der Krise durchführte, in den reichen Ländern erst gar nicht zu.

Quelle: taz, 11.2.2011

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