Tödlicher Kapitalismus

Selbstverständlich war der Attentäter, der die US-Kongressabgeordnete der Demokraten Gabrielle Giffords anschoss und sechs weitere Menschen bei einer Wahlkampfveranstaltung tötete ein psychopathischer Einzeltäter. Doch auch solche Menschen bewegen sich in einem gesellschaftlichen Umfeld und ihre Wahnideen sind oft nur Vertärkungen einer allgemeinen Stimmung. Und die wird in den USA derzeit bestimmt durch die von Milliardären gesteuerte rechtsextreme Tea-Party-Bewegung mit ihrer Frontfrau, der ehemaligen Vizepräisdentschaftskandidatin der Republikaner Sarah Palin.

Unterstützt vom Fox-News-Medienimperium von Rupert Murdoch und rechtsextremen Talkshow-Stars wie Rush Limbaugh pflanzen diese Vertreter eines aggressiven Kapitalismus ihre Botschaften tagtäglich in die Hirne der Menschen: Steuern runter (um den Staat handlungsunfähig zu machen), Verhinderung der Verbesserung der Sozialsysteme (z.B. Krankenversicherung) und unterschwellig rassistische Denunzierung des politischen Gegners (der schwarze US-Präsident Obama und die Jüdin Giffords).

Diese Mischung, sattsam bekannt aus dem Deutschland der 1920er- und 1930er-Jahre wo verunsicherte Männer aus der Unterschichte der Hassrhetorik der Nazis folgten und das tödliche Geschäft der Großkapitalisten erledigten. Und sie fällt auf fruchtbaren Boden. Wie die telepolis berichtet, sind es vor allem Anhänger der Tea-Party-Bewegung, die Gewalt gegen politische Gegner für ein anwendbares Mittel halten. Insofern ist das Attentat eben keine Tat eines einzelnen gestörten Psychopathen, sondern liegt in der politischen Verantwortung von Sarah Palin, die auf ihrer Website die Wohnorte aller Abgeordneten mit einem Fadenkreuz versah, die für die Krankenversicherungs-Reform gestimmt hatten – auch Tucson, wo Giffords herkommt.

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