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Die schlechteste aller Welten

Am Ende zeigt sich der Kapitalismus noch einmal von seiner hässlichen Seite. Auch im wohlhabenden Zentrum dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsform – also im Norden Europas und Amerikas – zeigen sich überall die populistisch-autoritären Tendenzen, die dem menschenmordenden Faschismus vorausgehen. Und weil der Weg in die Diktatur gepflastert ist mit viel „Wir gegen die Feinde“ Geschrei, sind inzwischen auch wieder kriegerische Ereignisse denkbar, die sich nicht nur in fernen Ländern abspielen. Populistischer Faschismus und Diktatur sind ein realistischer Entwicklungspfad des Kapitalismus, der keineswegs auf China, Russland, Osteuropa, Italien oder Österreich beschränkt bleiben muss. Manager von DAX-Konzernen haben feuchte Träume wenn sie an China denken und in CDU/CSU reift die Koalition mit der AfD nach österreichischem Vorbild heran.

Diese politische Entwicklung ist die Kehrseite der beschleunigten Zerstörung der Umwelt durch das immer noch anhaltende Wachstum der Verbrennung von Kohlendioxid, das Pflanzen vor Jahrmillionen der Luft entzogen und in Form von Kohle und Erdöl in der Erdkruste eingelagert haben. Allen Klimazielen zum Trotz: die Interessenlage der wichtigsten kapitalistischen Akteure – höchstmögliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals am Ende einer Jahres-Abrechnungsperiode – verhindert ein Loskommen von den kapitalistischen Zwängen. Immer mehr Ware muss immer kostengünstiger produziert werden. Wachstum und Effizienzsteigerung über alles.

Es müssen immer mehr und größere Autos verkauft werden; der Hunger der chinesischen Mittelschicht nach Schweinefleisch ist die große Chance der Massentierhalter in Deutschland; und in Russland glauben sie an die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen durch das Auftauen der Permafrostböden Nordsibieriens. Und bitte: die ostdeutsche Braunkohle muss auf jeden Fall als „Energieträger“ weiter verfeuert werden.

So mehren sich die hitzigen Jahrhundertsommer und der Zeitpunkt ist nicht weit, wo das im Permafrost und der Tiefsee gespeicherte Klimagas Methan freigesetzt wird und die im Wortsinn rasende Menschheit Atemprobleme bekommt. Bücher und Spielfilme haben diese Dystopien der kapitalistischen Endzeit längst gezeigt: die um Luft ringenden Armen werden an den Grenzen zuerst in Lagern gehalten und dann umgebracht.

Die Besitzer der großen Kapitalien und ihre Manager reagieren unterschiedlich: in den USA haben die Öl-Brüder Koch dem populistischen Weg in den Faschismus die notwendige Anschubfinanzierung geleistet. Die anderen Marktradikalen, die libertär-staatsfeindlichen Digital-Mogule, suchen für sich persönlich nach Möglichkeiten des ewigen Lebens außerhalb der zerstörten Erde als Fortsetzung der „gated communities“, die die oberen Mittelschichten in den Megacitys errichtet haben. Und sie versuchen den Widerspruch zwischen der fallenden Nachfrage nach produktiver Menschen-Arbeitskraft und dem Erfordernis nach Kredit für die Massen zum Kauf der immer größer werdenden Warenmengen dadurch zu begegnen, dass sie ein Grundeinkommen befürworten – selbstverständlich aber nicht durch steuerliche Umverteilung von ihren Milliardenvermögen finanziert, sondern durch Abschaffung aller kollektiv-Sozialen Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungen, um auch dieses Feld endgültig dem Finanzmarkt zu erschließen.

Vermutlich wurde nach dem Finanzmarktcrash von 2008 die letzte Chance zu einer weltweiten Regulierung und damit Einhegung der zerstörerischen Tendenzen des Kapitalismus verpasst. Verpasst wurde die Möglichkeit, durch Schaffung eines Welt-Sozialstaats mit strenger Kapitalmarkt-Regulierung und massiver Umverteilung kapitalistischer Renditen von den Kapitalbesitzern zu den arbeitenden und arbeitslosen Massen, die notwendige Zeit zu gewinnen, um zu einer Wirtschafts- und Gesellschaftsform zu kommen, die statt der Wachstums-Religion die dringend notwendige Schrumpfung menschlichen Tuns managt, damit der Planet Erde wieder zu Atem kommt.

Die Möglichkeit zum politischen Umsteuern ist zwar immer noch gegeben – man kann auch in Deutschland und Europa jederzeit ganz demokratisch damit anfangen (und auch in den USA). Aber die so genannten Sachzwänge, die politische Mehrheiten für das Umsteuern verhindern, und die abschüssige politische Entwicklung (nichts tun gegen den Klimawandel bei gleichzeitigem Aufbau von Feindbildern für die kommende Diktatur) lässt befürchten, dass es richtig hässlich wird. Das tatsächlich jetzt sichtbar werdende mögliche Ende des Kapitalismus (und der biologischen Spezies Mensch) wird allein aufgrund der wegen des Wachstums der vergangenen 70 Jahre eintretenden Skaleneffekte deutlich schlimmer als der hässliche Anfang dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsform durch die Ausbeutung von Arbeitern und Kolonien.

Ideologische Illusionen

Als nach dem zweiten Weltkrieg in Westeuropa und Nordamerika Massenproduktion und Massenkonsum beständig neues Wachstum generierten – im Schatten der allumfassenden Bedrohung eines Atomkriegs – da gab es eine ideologische Behauptung zur Rechtfertigung der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Die lautete, dass „Marktwirtschaft“ und ein demokratischer Rechtsstaat einander bedingen – und nur beides zusammen dauerhaften „Frieden“ bringen würde (damals gerne garniert mit der Behauptung, dass dies alles auch für „sozialen Ausgleich“ sorgen würde, den „Sozialpartner“ miteinander aushandeln würden).

Diese Denkfigur bestimmte dann auch die Einschätzungen vom „Ende der Geschichte“ im Gefolge des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs der sich „sozialistisch“ nennenden Staaten in Osteuropa und der ehemaligen UdSSR. Es wurde sogar gefaselt von einem heraufziehenden Zeitalter ewigen Friedens im Zeichen der globalisierten Warenwirtschaft und ewigen Wachstums durch immer weitere Umwandlung aller Lebensbereiche in warenförmige Produktions- und Austauschverhältnisse (wobei zu letzterem auch die für viele Menschen vorteilhaften gesellschaftlichen Liberalisierungen beitrugen). Und am Ende würde der technische Fortschritt ganz nebenbei auch noch die aufgetürmten Umweltprobleme lösen.

Heute ist offensichtlich, dass es sich hier um ideologische Trugbilder handelt. Die kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung funktioniert auch dort bestens, wo statt repräsentativer Demokratie politische Unterdrückung oder rassistisch gefärbter Populismus das Eigentum mafiöser Oligarchen-Cliquen sichern. China und Russland sind dafür die wichtigsten Beispiele, aber auch im Osten der EU lassen sich dafür offensichtliche Belege finden. Zuletzt zeigte sich sogar in den USA, dass die Besitzer der großen Kapitalien den Zeitpunkt für gekommen halten, die letzten Reste des demokratischen Rechtsstaats zu ignorieren (das über Jahrzehnte durchaus planvolle Handeln der Ölmagnaten Koch ist hier ein gutes Beispiel wie hier in der „tageszeitung“ nachzulesen ist).

Und gleichzeitig zeigen die Kriege an der kapitalistischen Peripherie (Ukraine, Syrien als aktuelle Beispiele), deren Zahl täglich wächst und mehr und mehr „failed states“ hervorbringt (also Gebiete in denen nackte Gewalt die lokalen Gesellschaften beherrscht), dass zunehmend mehr Menschen vom Rand des Welthandels ins tödliche Nichts gestürzt werden – begleitet von großen Flucht- und Migrationsbewegungen, die inzwischen auch im europäischen und nordamerikanischen Zentrum ankommen und dort populistischen Rassismus hervorrufen (weil die „Einheimischen“ in der allumfassenden Konkurrenz sozial zunehmend schutzlos sind und ihre Ängste davor gerne auf Sündenböcke verlagern, die sie treten können – jüngstes Beispiel Österreich).

Ganz nebenbei beschleunigt sich auch der Klimawandel so, dass er auch größten Optimisten als täglich weniger beherrschbar erscheint – weil die Oligarchen und andere „Anleger“ ihr Geld lieber noch ein paar Jahre mit dem alten Modell einer öl- und kohlegetriebenen Produktionsweise mehren möchten.

Die Illusion von Demokratie, Frieden und technischem Fortschritt fliegt gerade ihren gläubigen Anhängern um die Ohren – und weil der allumfassende Kapitalismus so „alternativlos“ erscheint, dass eine andere, sozialere, friedlichere, ökologischere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung keine gesellschaftliche Veränderungsmacht erzeugt, sieht die Menschheit momentan ihrem Ende entgegen – sei es im großen Kriegs-Knall oder in einer langen Klimawandel-Agonie. Gut 70 Jahre nach dem Ende der Jahrhundertkatastrophe zweiter Weltkrieg führt das kapitalistische „Wachstum“ in den Abgrund der doppelten Zerstörung aus Vernichtung der Lebensgrundlagen und überflüssig machen der lohnarbeitenden Menschheit.

Zwei Mächtige

Die Brüder Charles und David Koch sind wenig bekannte Industrielle. Gut versteckt agieren die milliardenschweren Superkapitalisten aus dem Hintergrund. Sie geben Millionen dafür aus, dass so genannte „wissenschaftliche Gutachten“ auftauchen, die angeblich beweisen, dass es einen menschengemachten Klimawandel nicht gibt. Und die Big-Oil-Lobbyisten unterstützen die rechte Tea-Party-Bewegung – die K9ch-Brüder sind ja vor allem gegen Steuerzahlungen, für die Abschaffung stabiler staatlicher Strukturen und die Zerschlagung aller Sozialsysteme.

Eine Zusammenfassung der Koch-Aktivitäten mit einigen interessanten Links hat die „telepolis“ veröffentlicht.

Geschmolzen

Schon vor dem Ende der diesjährigen „Schmelz-Saison“ hatte das Nordpolareis weniger Fläche bedeckt als jemals zuvor in den Messungen. Damit setzte sich ein Trend zu Rekord-Minuswerten fort, der seit Jahren anhält und das Arktis-Meer zu einem zuverlässigen Anzeiger für den sich beschleunigenden Klimawandel macht. Ab März taut das Polareis und wird bis Ende September immer weniger (um dann wieder anzuwachsen – allerdings auch mit abnehmender Tendenz).

Zu den wissenschaftlichen Forschungen auf diesem Gebiet hat die „telepolis“ diesen Artikel veröffentlicht (11.9.2011)

Wirbelsturm

Der stärkste Sturm seit mindestens 50 Jahren richtete in Australien glücklicherweise wenig direkten Sachschaden an – zumal das Land in jüngster Zeit ohnehin genug Vorboten der Folgen des Klimawandels gesehen hat (Stichworte: Dürre und Überschwemmungen). Die „telepolis“ hat jetzt einige Hintergründe dazu zusammengetragen – unter anderem den Hinweis, dass sich schwere Tropen-Wirbelstürme nur bilden können, wenn sich das Meerwasser auf über 26,5 Grad erwärmt.

Eiskalter Widerspruch

Das Jahr 2010 wird eines der 3 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein – weltweit. Ausgerechnet in Deutschland aber ist 2010 das kälteste Jahr seit 15 Jahren und die Jahres-Durchschnittstemperatur wird erstmals kälter ausfallen als der langjährige Jahresdurchschnitt von 8,2 Grad. Das bislang kälteste Jahr in Deutschland war 1940 mit 6,6 Grad im Durchschnitt und das wärmste Jahr war 2000 mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad.

Eine mögliche Ursache könnte sein, dass aufgrund des global viel zu warmen Meerwassers derzeit die nördlichen Meeresgebiete derzeit viel langsamer zufrieren als gewohnt. Das führt zu einer Verschiebung von Tiefdruckgebieten, die nun viel kalte und schneereiche Luft nach Deutschland bringen. So war Anfang November die kanadische Hudson Bay und die Meerenge zwischen Kanada und Grönland noch komplett eisfrei.

Quellen: taz 22.12.2010 und telepolis

Klimakatastrophe liegt im Plan

In einem Artikel für die „Zeit“ (21.10.2010) haben der ehemalige Direktor der London School of Economics Anthony Giddens und der Rektor des Trinity College der Universität Cambridge Martin Rees noch einmal ein paar Fakten zur laufenden Klimakatastrophe benannt:

Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmoshäre liegt derzeit höher als in den vergangenen 500.000 Jahren. Seit Beginn des Industriezeitalters hat sich die CO2-Konzentration um ein Drittel erhöht und wird wahrscheinlich bald das doppelte des vorindustriellen Werts betragen.

Der Juni 2010 war der 304. Monat in Folge, in dem die weltweiten Temperaturen von Festland und Ozeanen die Durchschnittswerte für das ganze 20. Jahrhundert (=Jahre 1901 bis 2000) übersteigen.

Die USA und China verursachen 40 Prozent der gesamten Emissionen der Welt.

Polareis schmilzt immer schneller

Das Polareis schmilzt immer schneller ab. Aufgrund der rasanten Erderwärmung wird das Nordpoleis nicht nur in der Fläche kleiner, sondern auch immer dünner. Dieser Prozess geht schneller voran, als es die bisherigen Klimamodelle erwarten. Damit wird wahrscheinlicher, dass bald die positiven Rückkopplungseffekte eintreten, die den Klimawandel noch einmal deutlich beschleunigen werden: Die Freisetzung großer Methangasmengen beim Auftauen der bisherigen Permafrostböden in Kanada und Sibirien.

Quelle: telepolis

Schlechtes Klima

In einem Blogeintrag der Zeitschrift „Technology Review“ macht sich Niels Boeing Gedanken dazu, warum es derzeit unmöglich ist, dem Klimawandel mit politischen Vorgaben entgegenzutreten. Sein wesentliches Fazit: die derzeit „kühle“ Wetterlage in Deutschland, die öffentliche Diskreditierung der Klimaforschung durch die „Climagate“-Denunziation und die durch die Finanzkrise ausgelösten Ängste vor dem Ende des Kapitalismus machen es unmöglich, das notwendige zu tun, nützen denen, die das  „weiter-so“ propagieren. Dabei wäre es gerade jetzt an der Zeit das Wachstumsdogma des Kapitalismus zu hinterfragen.

Temperaturstabilität zählt

Ein wichtiges Argument hat „Die Zeit“ (15.4.2010) in einem Artikel geliefert, der sich mit den Angriffen auf den Klimaschutz durch die so genannten „Klimaskeptiker“ und deren Medien-Lautsprecher (z.B. „Der Spiegel“) beschäftigt:

Der Übergang zur Sesshaftigkeit und die spätere Reifung von Hochkulturen war wohl nur möglich, weil in den vergangenen 10.000 Jahren die globale Mitteltemperatur nahezu konstant geblieben ist… Eine Vielzahl neuer Forschungsarbeiten zeigt die Gefahr, dass Klimafolgeschäden mit fortschreitender Erwärmung überproportional zunehmen…

… Thema Risikomanagement. Wer das Vorsorgeprinzip über Bord wirft, weil er keine absolute Problemgewissheit vorfindet ist töricht oder verantwortungslos…

… Das Unbeherrschbare vermeiden und das Unvermeidbare beherrschen…

Nicht über Benzinpreise reden

Reden wir nicht über Benzinpreise zu Ostern. Reden wir über den zukünftigen Verkehr… Die Ära des billigen Öls ist definitiv vorbei. Zugleich zwingt der Klimawandel dazu, eher schneller als später aus der Kohlenstoffwirtschaft auszusteigen…

Vor allem die nachholende Modernisierung in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen … verbietet es, den fossielen Verkehrspfad weiter zu verfolgen. Der Strukturbruch ist nicht zu vermeiden, soll es gelingen, ökonomisch und ökologisch nicht gegen die Wand zu fahren…

Der Leiter der Projektgruppe Mobilität beim Wissenschaftszentrum Berlin Weert Canzler in einem Beitrag für die „taz“ (3.4.2010)

Kaffee zu warm

Eine eher kuriose Folge des Klimawandels: Der für Kaffee-Spezialitäten in den Industrieländern benötigte Hochland-Kaffee ist bedroht. Wegen des Klimawandels sind die Kaffeebauern gezwungen, ihre Pflanzen in immer höheren Regionen der Berggebiete Südamerikas und Afrikas anzubauen. Der Nachfrage von 2009 in Höhe von 80 Millionen Tonnen Hochlandkaffee stand eine Produktion von „nur“ 75 Millionen Tonnen gegenüber.

Quelle: taz, 1.3.2010

Rasante Eisschmelze

1500 Kubikkilometer Inlandeis sind zwischen 2000 und 2008 in Grönland geschmolzen. Das führte bereits zum Anstieg des Meeresspiegels um einen halben Zentimeter. Nach Meinung von Wissenschaftlern hat sich die Eisschmelze in Grönland seit den 1990er-Jahren stark beschleunigt.

Der Anstieg des Meeresspiegels infolge des Klimawandels betrifft rund 1,5 Milliarden Menschen, die in Küstennähe wohnen – etwa ein Sechstel der Menschheit.

Quelle: taz 14.11.2009

Klimakiller-Lobby klaut Daten

Die Lobby der Öl-, Kohle- und Gaskonzerne und anderer „Klimaskeptiker“ hat 3400 E-Mails vom Server britischer Klimaforschungseinrichtungen gestohlen, um die abstruse These zu „beweisen“, der menschengemachte Klimawandel sei keine Folge des Kohlendioxidausstoßes des Industriezeitalters, sondern eine „Verschwörung“ wirtschaftsfeindlicher Wissenschaftler.

Quelle: taz 24.11.2009

1965: Warnung vor Erderwärmung

„Die Zeit“ (5.11.2009) hat einige Daten zur Geschichte des politischen Umgangs mit dem Klimawandel zusammengetragen:

  • 1965: Berater von US-Präsident Lyndon B. Johnson warnen vor den Folgen der Erderwärmung.
  • 1988: Im bis dahin wärmsten Jahr seit beginn der Aufzeichnungnen wird der UN-Weltklimarat gegründet
  • 1992: Das UN-Klimaabkommen von Rio de Janeiro wird unterzeichnet (ohne Emissionsgrenzen)
  • 1997: Das Kyoto-Protokoll wird unterzeichnet (auch von den USA, die es aber nicht ratifizieren)
  • 2007: erstmals ist die Nordwest-Passage eisfrei (Forscher befürchten, dass 2020 in der Arktis im Sommer kein Meereis mehr zu finden sein wird)
  • 2009: Vor der Klimakonferenz von Kopenhagen protestiert die Regierung der Malediven mit einer Kabinettssitzung unter Wasser gegen die schleppenden Verhandlungen. Die Malediven sind spätestens im Jahr 2100 wegen des Anstiegs des Meeresspiegels unbewohnbar.

Was alles nicht gemacht wird

In einem sogenannten „Non-Paper“, also einem inoffiziellen Diskussionspapier, das bei der UN-Klimakonferenz vorgelegt wurde, wird klar, was gemacht werden könnte, um zu einer CO2-Reduzierung zu kommen. So könnte etwa eine Steuer von 2 Dollar erhoben werden – für jede Tonne Kohlendioxid, die über dem klimaverträglichen Maß von 2 Tonnen CO2 pro Erdenbürger liegt. Ein anderer Vorschlag lautet, zur Finanzierung einer klimaverträglichen Umweltpolitik den Kapitaltransfer der Industrieländer untereinander mit 2 Prozent zu besteuern.

Es ist aber sicher, dass solche Vorschläge keinen Eingang in das geplante Kyoto-Folgeabkommen finden werden.

Quelle: taz 6.10.2009

Mückenplage

Rund um das schwedische Osterfärnebo können die Bewohner in den letzten Jahren die Folgen des Klimawandels studieren: Aus der im Norden normalen sommerlichen Mückenbelästigung ist eine Plage geworden, bei der Millionen Mücken die Luftherrschaft übernehmen. Und während man sich noch streitet, ob gegen die Mücken mit einem Gift-Bakterium gesprüht werden darf, weist Mückenforscherin Martina Schäfer von der Universität Uppsala darauf hin, dass in den durch den Klimawandel deutlich wärmeren und feuchteren Sommern eine bislang eher seltene aber sehr aggressive Mückenart sich explosionsartig vermehrt.

Quelle: die tageszeitung 20.7.2009