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Staatsschulden- und Steuerquote

Japan erhebt 28,3% seines Bruttoinlandsprodukt als Steuern. Selbst bei Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen in Höhe von 10% würde das Land 81 Jahre brauchen, um seine Staatsschulden zu tilgen.

Die USA erheben 26,9% des BIP als Steuern und würden in demselben Spar-/Steuererhöhungsszenario 38 Jahre zur Schuldentilgung brauchen.

Griechenland liegt da mit 48 Jahren nur wenig darüber, Italien mit 28 Jahren und Deutschland mit 20 Jahren nur wenig darunter.

Quelle: telepolis, 15.8.2012

Kein Crash aber Index sinkt

Als metaphysische Mysterien beschreibt die „telepolis“ (14.9.2011), dass bislang der große Aktiencrash ausblieb. Billiges Geld der Zentralbanken, der Renditezwang der institutionellen Anleger, die hohen Einstiegspreise bei anderen „Finanzprodukten“ (Immobilien, Gold u.ä.) und die Möglichkeit, mit minimalen Differenzen Geld zu verdienen und dies mit Leerverkäufen auch noch bei fallenden Kursen werden in dem Artikel als Gründe genannt. Der ganz große Crash bleibt aus, obwohl im Börsen-Casino nur noch Altlasten gehandelt oder umverpackt werden. Aber am Ende sinken die Kurse und Börsen-Indizes wie im Beispiel Japan, wo vor 20 Jahren der Nikkei-Index der Tokioter Börse mit Höchsständen von 40.000 Punkten glänzte, die er seither nie mehr erreichte (aktuell dümpelt dieser Index deutlich unter 10.000 Punkten).

Japan auf Gegenkurs

„Wenn die ganze Welt gegen Atomkraft ist, können wir die Atomkraft nicht weiter als Säule unseres Wachstums betrachten. Nach dem Unfall von Fukushima haben sich viele Länder und Unternehmen entschieden, stärker auf die erneuerbaren Energien zu setzen. Wir müssen uns dem anpassen können.“

Der Chef des Toshiba-Konzerns, Norio Sasaki, bei einer Veranstaltung für Investoren. Toshiba ist unter anderem Lieferant der Reaktoranlagen von Fukushima und hat 2006 den US-amerikanischen Reaktorhersteller Westinghouse gekauft.

Im selben Artikel der „taz“ (25.7.2011) wird auch berichtet, dass der heutige japanische Premierminisiter Naoto Kan auf seinem persönlichen Blog an ein Positionspapier von 1980 erinnerte, indem der Politiker die Atomkraft kritisiert und sich für Wind- und Solarenergie als Alternativen ausgesprochen hat.

Keine Wachstumseuphorie

Obwohl die japanische Wirtschaft jetzt bereits ein Jahr lang auf Wachstumskurs liegt – aktuell mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,9 Prozent breitet sich dort anders als in Deutschland keine Wachstumseuphorie aus. Die japanische Regierung sieht die Konjunktur in naher Zukunft stagnieren, was unter anderem am Aufschwung in Europa liege.
Quelle: taz 16.11.2010

Wüsten wachsen aus Geldmangel

Nur 4,3 Prozent mehr als bisher – insgesamt nur lächerliche 16,3 Millionen US-Dollar, wollen die Länder, die an der neunten UN-Konferenz gegen Wüstenbildung teilnahmen locker machen, um die Ausbreitung der Trockenzonen des Planeten zu begrenzen. Der Exekutivsekretär der Konferenz, Luc Gnacadja, hatte eine Erhöhung des Etats um 15 Prozent gefordert, was vor allem von den USA, Kanada und Japan blockiert wurde.

Nach den Zahlen der Konferenz sind 40 Prozent der weltweiten Landflächen Trockenzonen – in den kommenen Jahren soll sich dieser Wert auf bis zu 45 Prozent erhöhen. Damit wird auch die Ackerbaufläche kleiner – obwohl sich wegen es Wachstums der Weltbevölkerung die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 verdoppeln müsste.

Quelle: die tageszeitung 5.10.2009

Sozial gewonnen

Der historische Regierungswechsel in Japan war auch möglich, weil die neue Regierungspartei versprach, sich um die Sorgen der kleinen Leute zu kümmen – und nicht wie die jahrzehntelang regierende LDP um die Interessen der eng mit der Bürokratie verflochtetenen Großkonzerne. Versprochen jedenfalls wurde den Wählern der Demokratischen Partei, dass das Kindergeld erhöht, die Gebühren für höhere Schulen abgeschafft und ein Mindestlohn für Bauern eingeführt wird. Dies könnte dazu führen, dass die stark exportorientierte japanische Wirtschaft, die seit Jahren unter der Deflation auf dem Binnenmarkt leidet, soviel Impulse aus dem heimischen Markt bekommt, um aus dem Teufelskreis der Exportkonkurrenz zulasten der Armen und Älteren ausbrechen zu können.

Schulden geordnet

Japan hatte 2006 knapp das doppelte seiner Jahreswirtschaftsleistung als Staatsschulden – wegen der Wirtschaftskrise wird dieser Betrag bis 2014 voraussichtlich auf das zweieinhalbfache des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wachsen. Die USA starteten 2006 mit einem Schuldenberg von knapp zwei Dritteln ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung und wird 2014 mehr als ein BIP Staatsschulden haben. Dagegen kommt Deutschland, das mit einer ähnlichen Ausgangssituation wie die USA in die Wirtschaftskrise ging mit gut 90% eines Jahres-BIP an Staatsschulden gut weg – offenbar wird hierzulande deutlich weniger Geld zur Bewältigung der Krise ausgegeben wie in den USA. Ähndlich die Situation in Frankreich. Dagegen klotzen auch die Engländer für ihre Banken und erhöhen den Staatsschuldenanteil von gut 40 auf über 85 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. In den Schwellenländern China und Russland sind die Staatsschulden dagegen bedeutungslos (China 1/6 der Wirtschaftsleistung, Russland unter 10 Prozent) und werden bis 2014 sogar noch einmal deutlich sinken.

Quelle: Frankfurter Rundschau 24.6.2009