Verfälschung zum Nutzen eigener Kunden

Spanische Anwälte, Bürgerrechts- und Verbraucherschutz-Organisationen haben jetzt beim obersten Strafgericht des Landes Anklage gegen die Rating-Agenturen Moody’s, Standard & Poors und Fitch eingereicht. Die Kläger glauben, Beweise zu haben, dass die privatwirtschaftlichen Rating-Agenturen mit ihren vermeintlich „unabhängigen“ Bewertungen den Markt im Interesse von Kunden der Rating-Agenturen manipuliert hätten. Aus E-Mail-Briefwechseln soll hervorgehen, dass die Rating-Agenturen riskante Papiere von Banken mit Bonitäts-Bestnoten bewertet hätten, um die Interessen der Banken zu wahren – und zum anderen hätten sie nach dem Platzen der Spekulationsblasen mit ihren Ratings die Zinsen für Staatsanleihen nach oben getrieben und die betroffenen Länder – darunter Spanien – in eine Schuldenspirale gestürzt. Zentraler Punkt der Kläger: Ratings würden ausschließlich den Interessen der Kreditgeber dienen und nicht nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen.

Noch ist nicht klar, ob die Anklageschrift vom Gericht angenommen wird und es zu einem Prozess gegen die spanischen Vertreter der Agentur kommt, die im Fall einer Verurteilung mit Haftstrafen rechnen müssten.

Quelle: taz 25.2.2011

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