Verkaufen statt beraten

In einem Interview mit der „Zeit“ (23.7.2009) erläutert das bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für die Bank-Beschäftigten zuständige Vorstandsmitglied Uwe Foullong, warum die Banken auch in der Krise ihre Kunden nicht besser beraten:

Es sei der Renditedruck, der bei der Deutschen Bank bekanntlich auf 25 Prozent des Eigenkapitals festgesetzt ist, der von den Vorständen oben an die Bankangestellten nach unten durchgereicht wird. Die sehen sich durch Zielvereinbarungen, die teilweise wöchentlich von Vorgesetzten kontrolliert werden, zu bloßen Verkäufern degradiert, die Produkte in den Markt drücken müssen, die der Bank viel Provision, dem Kunden aber oft nur hohes Risiko bescheren.

Foullong fordert deshalb konsequent, die Renditevorgaben zu senken und den Bankangestellten zu erlauben, als echte Berater der Kunden tätig zu werden – mit der Entscheidungsfreiheit, welche Produkte sie ihren Klienten anbieten wollen, ganz ohne Vorgaben von oben.


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