Schlagwort-Archive: General Motors

Gute Geschäfte mit Spritsäufern

Die Detroit-Autoshow brachte es an den Tag. Vorwärts in die Vergangenheit ist das Motto der US-amerikanischen und der deutschen Automobilindustrie. Chrysler und GM setzen auf die Mini-Trucks, die 20 Liter Sprit pro 100 Kilometer saufen und die deutschen Hersteller Mercedes und BMW versprechen sich glänzende Geschäfte mit Oberklasse-Luxuskarossen, die auch nicht gerade wenig Benzin verbrauchen. Die US-Kunden kaufen wieder die Spritsäufer und bescheren den Autokonzernen glänzende Gewinne. Der Auto-Kapitalismus ist auch nach der Finanzmarkt- und Kreditkrise nicht in der Lage zukunftsfähige Produkte auf den Markt zu bringen – mit den Spritsäufern ist einfach mehr zu verdienen, ohne dass man in teuere Neuentwicklungen investieren muss. Gewinne jetzt, die ökologischen Schäden den nachfolgenden Generationen als untilgbarer Kredit aufgebürdet.

Schulden mit Staatsgeld bezahlt

Als der Autokonzern General Motors meldete, man habe alle Staatshilfen zurückgezahlt war das schlicht gelogen. Was tatsächlich geschehen war, war folgendes: 6,7 Milliarden Dollar aus dem staatlichen Hilfspaket zahlte GM aus einem staatlichen Hilfsfonds zurück, der dem Konzern als „Notreserve“ zur Verfügung stand. Insgesamt erhielt GM zur Vermeidung der Liquidierung des damals insolventen Konzerns 49,5 Milliarden Dollar Staatshilfen.

Quelle: Die Zeit (12.5.2010)

Opel-Deal geplatzt, Bank will Geld

Mit einer Kostenaufstellung hat die russische Sberbank den Autokonzern General Motors überrascht. Es geht um die Kosten der Bank, die eigentlich zusammen mit dem österreichisch-kanadischen Zuliefererkonzern Magna die europäische GM-Tochter Opel kaufen wollte. Wenn General Motors nicht „freiwillig“ zahlen, so Sberbank-Chef German Gref, werde man den Autokonzern verklagen. Eine Summe wurde aber nicht bekannt.

Quelle: taz 28.12.2009

Kräftige Gewinne bei Bankenrettung

Die US-Notenbank (Federal Reserve – „Fed“) hat seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor 2 Jahren offenbar einen Gewinn von 14 Milliarden Dollar aus ihren Verleihaktionen an Banken erwirtschaftet. Auch der amerikanische Staat soll an seinen Rettungsaktionen verdient haben – 1,4 Milliarden Dollar von Goldman Sachs, 1,3 Milliarden von Morgan Stanley – durch den Rückverkauf der im Zuge der Stützungsaktionen übernommen Bankaktien. Allerdings haben die USA noch große Risiken im Rettungsportfolio: den Versicherer AIG und die Immobilienbanken „Fannie Mae“ und „Freddie Mac“ sowie die Autokonzerne General Motors und Chrysler.

In Deutschland geht es bescheidener zu. Der Bankenrettungsfonds Soffin hat bislang 320 Millionen Euro Gebühren für seine Bankgarantien von 130,7 Milliarden eingenommen. Und ob man die 22 Milliarden für die Hypo Real Estate und die Commerzbank wiedersieht ist fraglich. Hohes Risiko, geringe Einnahmen ist also das schlechte Staatsgeschäft.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 1.9.2009

Popel-Opel

Was Experten schon seit einigen Wochen vermuteten wird nun Wirklichkeit: Nach der Schnellsanierung mit US-Staatsgeldern hat das Management des nun von den Regierungen der USA und Kanadas beherrschten Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) nunmehr wieder freie Hand für seine eigenen Personalabbaupläne.

Nichts wird es mit dem Verkauf der mit popeligen 1,5 Milliarden deutschen Staats-Euro vor der Pleite geretteten GM-Tochter Opel an den kanadisch-österreichisch-russischen Magna-Konzern. Stattdessen wird Opel bei GM bleiben oder an einen „Finanzinvestor“ verkauft werden. Jedenfalls wird es vor allem Arbeitsplatzabbau geben – für die 55.000 aktuellen Arbeitnehmer bei Opel und der englischen Schwester Vauxhall sollen die Regierungen der USA, Großbritanniens, Deutschland und Spaniens weitere 3 Milliarden US-Dollar zahlen – ohne die Garantie auf Gegenwert.

Jetzt haben wenigstens die Opel-Arbeiter die Schnauze voll: Sie fordern ihr bislang nicht bezahltes Urlaubsgeld ein und wollen auch die verschobene Lohnerhöhung haben – wenn schon Arbeitslos, dann mit ein bisschen mehr Geld!