Schlagwort-Archive: Aktien

Facebook-Blase geplatzt

Wieder einmal zeigt eine Aktie, dass die so genannten Analysten, wohl nur Verkaufspropagandisten sind. Mit einem völlig überhöhten Ausgabepreis von 38 US-Dollar ging die Facebook-Aktie in den Börsenhandel. Satte 16 Milliarden Dollar spülte das in die Kasse des Unternehmens. Aktuell ist die Aktie gerade noch einmal die Hälfte wert, die Anleger haben also 8 Milliarden Dollar verloren. Offenbar haben Sie die Gewinnchancen eines Unternehmens überschätzt, das davon lebt, dass Menschen privates über sich preisgeben, um daraus Informationen zu gewinnen, die gegen Geld an Werbekunden verkauft werden.

Kein Crash aber Index sinkt

Als metaphysische Mysterien beschreibt die „telepolis“ (14.9.2011), dass bislang der große Aktiencrash ausblieb. Billiges Geld der Zentralbanken, der Renditezwang der institutionellen Anleger, die hohen Einstiegspreise bei anderen „Finanzprodukten“ (Immobilien, Gold u.ä.) und die Möglichkeit, mit minimalen Differenzen Geld zu verdienen und dies mit Leerverkäufen auch noch bei fallenden Kursen werden in dem Artikel als Gründe genannt. Der ganz große Crash bleibt aus, obwohl im Börsen-Casino nur noch Altlasten gehandelt oder umverpackt werden. Aber am Ende sinken die Kurse und Börsen-Indizes wie im Beispiel Japan, wo vor 20 Jahren der Nikkei-Index der Tokioter Börse mit Höchsständen von 40.000 Punkten glänzte, die er seither nie mehr erreichte (aktuell dümpelt dieser Index deutlich unter 10.000 Punkten).

Finanzmarkt-Zahlen

„Die Zeit“ (2.9.2010) hat Zahlen zum Umfang der internationalen Finanzmarktspekulation zusammengetragen:

  • 3000 Milliarden Dollar werden täglich an den Devisenbörsen umgesetzt – als Zahl: 3.000.000.000.000 $
  • 130.000 Milliarden Dollar beträgt der Umfang des Finanzmarktes für staatsschulden, fast zehnmal soviel wie die jährliche Wirtschaftsleistung der USA – als Zahl 130.000.000.000.000 $
  • 140 Milliarden Euro legt die Allianz-Lebensversicherung als größte deutsche Lebensversicherung für ihre Kunden gewinnbringend an – als Zahl: 140.000.000.000 €
  • Die Allianz legt 90 Prozent ihrer Kundengelder in Staatspapieren an. Bei Griechenland reduzierte sie ihr Engagement von 1 Milliarde auf 150 Millionen Euro
  • In 0,00025 Sekunden wickeln Hochfrequenz-Händler einen Aktienhandelsauftrag an der Börse ab. 70 Prozent des amerikanischen Aktienhandels wird von diesen Hochfrequenz-Händlern getätigt. Dabei wechseln einzelne Aktienpakete mehrere Hundert Mal pro Sekunde den Besitzer. Es handelt sich um automatisierte Handelsprogramme von denen es mehr als 10.000 gibt.
  • Als Hochfrequenz-Händler am 6. Mai 2010 ab 13:37 Uhr den Aktienmarkt der USA automatisiert zusammenbrechen ließen wurde innerhalb einer Viertelstunde Aktienkurskapital von 900 Milliarden US-Dollar vernichtet (900.000.000.000 $ in 15 Minuten). Die Aktie des Unternehmensberatungskonzerns Accenture (190.000 Mitarbeiter) war innerhalb von Sekunden nur noch 1 US-Cent wert.

Manipuliert Notenbank die Aktienkurse nach oben?

Der derzeitige Boom der Aktienkurse könnte möglicherweise darauf zurückzuführen sein, dass die amerikanische Notenbank „Federal Reserve“ (Fed) seit einem dreiviertel Jahr massiv als Aktienaufkäufer auftritt.

Dies vermutet die Internet-Zeitschrift „telepolis“ in diesem Artikel und liefert dazu einige Indizien: Die US-Unternehmen hätten neue Aktien im Wert von 300 Milliarden US-Dollar ausgegeben – davon seien nur 17 Milliarden von inländischen und 109 Milliarden von ausländischen Investoren gekommen. Ein weiteres Indiz sei, dass sich die „Fed“ weigere, ihre Bilanzen offenzulegen, trotz eines Gerichtsbeschlusses, den die Nachrichtenagentur Bloomberg erwirkte.

Und schließlich hätten sich führende Finanzpolitiker der demokratischen Partei entsprechend geußert.

Bubble-Economy

Schön zusammengestellt hat die Berliner „tageszeitung“ in ihrer Ausgabe vom 20.11.2009 die gerade aktuellen Spekulationsblasen:

  • Spekulation mit Zinsunterschieden in verschiedenen Ländern – sogenannte Carry Trades. Hier legen die Großbanken derzeit vor allem das billige Staatsgeld gewinnbringend an.
  • Die aktuelle Aktienspekulation, die die Börsenindizes nach oben treibt. Weil dahinter keine realwirtschaftlich positive Entwicklung steht ist dies wohl nur der Zweckoptimismus von Spekulanten, die wieder einmal die „Kleinanleger“ auf einen Zug steigender Kurse aufsteigen lassen wollen – obwohl klar ist, dass die Kleinanleger in so einen Markt immer zu spät einsteigen – und dann, wenn die Blase geplatzt ist, zu spät und mit viel Verlust aussteigen (während die Spekulanten rechtzeitig vorher Kasse gemacht haben)
  • 80 Dollar kostet derzeit das Fass Rohöl (159 Liter) – Ergebnis einer beispiellosen Spekulation an den Warenterminbörsen.
  • Das Gold hat aus Gründen der Spekulation die Marke von 1000 Dollar je Feinunze geknackt und steuert auf 1100 Dollar zu.

Aktien- und Anleihenblase

Seit März steigen die Aktienpreise – gleichzeitig auch die Anleihenkurse und aktuell auch noch der Goldpreis. Alle jubeln: die Krise ist vorbei. Doch in einem normalen Konjunkturzyklus entwickeln sich Aktien- und Anleihenkurse gegenläufig: Wenn die Verzinsung lang laufender Staatsanleihen sinkt, dann erwarten die Anleger eine nur geringe Inflation, was eigentlich schlecht für die Aktienwerte ist. Derzeit ist wegen der Deflation sogar die Realverzinsung sehr hoch. Doch trotzdem klettern die Aktienkurse – und zwar so stark, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (also das Verhältnis von Unternehmenswert zu Unternehmensgewinn) bei den Dax-Werten von derzeit 30 auf 13 sinken wird. Das aber ist eine veritable Wirtschaftskrise samt der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit. Ein weiteres Indiz dafür, dass mitten in der Krise eine weitere Blase entstanden ist, ist die Tatsache, dass zwar gerade eine Börsenrallye stattfindet, die Unternehmen gleichzeitig aber nur schwer an Kredite für ihre Produktion herankommen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 7.9.2009