Schäuble zeigt, was möglich wäre

Erstaunlich: Finanzminister Wolfgang Schäuble kündigt eine tatsächlich gegen die Finanzmarkt-Spekulation gerichtete Regulierungsmaßnahme auf nationaler Ebene an. Erstaunlich deshalb, weil die Regierung bislang auf der nationalen Ebene nichts unternehmen wollte (mit dem Verweis, dass Regeln angeblich nur international funktionieren würden) und weil sie sogar das Casino mit den Leerverkäufen kürzlich wiedereröffnete, das Schäuble nun schließen will.

Genau darum geht es: Das zeitweise wirksame Teil-Verbot von sogenannten Leerverkäufen (Spekulationen auf fallende Preise von Bankaktien, die der Spekulant gar nicht besitzt), das 2008 erlassen und 2010 wieder aufgehoben wurde, soll nicht nur wieder eingeführt werden. Leerverkäufe will Schäuble komplett verbieten und Spekulation auf fallende Preise nur zulassen, wenn der Spekulant die Papiere auf deren fallenden Kurs er setzt, auch tatsächlich besitzt.

Man darf gespannt sein, was von diesem Plan übrig bleibt, wenn die Banken-Lobbyisten ihre Truppen aufmarschieren lassen.

Quelle: taz 4.3.2010

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