Gute Zertifikate-Stimmung

Es wahren sogenannte „Zertifikate“ der Lehman Brothers, die dafür sorgten, dass dieses Finanzmarktprodukte bei deutschen Anlegern in Verruf gerieten. Doch ist das Anleger-Gedächtnis sehr sehr kurz. Beim Jahrestreffen des Deutschen Derivate Verbands (DDV) jubelte dessen geschäftsführender Vorstand Hartmut Knüppel, dass sich das Marktvolumen, das in der Krise auf 78 Milliarden Euro abgesackt war, derzeit wieder der 100 Milliarden Grenze nähere.

Dabei kaufen die Anleger die komplizierten Finanzmarktprodukte vor allem dann, wenn diese mit einer „Garantie“ für eine teilweisen oder ganzen Kapitalschutz versehen sind. Dafür müssen sie hohe Gebühren und Vertriebsprovisionen bezahlen, was die reale Rendite meist soweit schrumpfen lässt, dass nicht einmal mit Steuersparmodellen ein realer Anlagegewinn herauskommt – aber gute Gewinne für die Vertreiber wie die Bank Merril Lynch (die von der Bank of America übernommen wurde und jetzt wieder in Deutschland Zertifikate verkauft).

Quelle: Süddeutsche Zeitung 6.10.2009

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.