Privilegierte bekämpfen Staat

In der Zeit (24.9.2009) zerpflückt Philosophie-Professor Axel Honneth vom Frankfurter Institut für Sozialforschung („Geburtsstätte der kritischen Theorie“) die Theorien seines Karlsruher „Kollegen“ Peter Sloterdijk. Danach bleibt vom Gedankengebäude des philosophischen Medienstars, der sogar von der SPD verehrt wird, nicht viel mehr übrig als Klassenkampf von oben: Sloterdijk, so Honneth, setze einen Kampf der „zu Recht“ wegen ihrer „Leistung“ Privilegierten (z.B. reiche Erben oder superreiche Spekulanten) gegen den aus purem Neid entstandenen Sozialstaat. Offen ruft der „Kaffehausphilosoph“ (Spott aus den 1980er-Jahren) die Reichen zum „Steuerstreik“ auf. Sloterddijk meint allen ernstes, dass die Besteuerung der Reichen diese daran hinderten, „stolze“ und „freiwillige“ Geschenke nach unten zu machen. Und er meint, dass der Sozialstaat nur ein Instrument sei, mit dem die Schlechtergestellten sich ungerechtfertigt das Vermögen der „Leistungselite“ aneigneten (Sloterdijk bestreitet also, dass die Errungenschaften der Arbeiterbewegung – Kritik am „leistungslosen“ Einkommen der Erben und Spekulanten und an der Klassengesellschaft aus Arm und Reich – eine moralische Berechtigung hat).

Übrigens: Sloterdijk, der so herftig gegen die Steuern als Grundlage der Staatsfinanzierung wettert, ist als Professor gut bezahlter Angestellter dieses Staates – mit einem Beamtenlohn, der 25 mal so hoch ist, wie das Einkommen eines Hartz-IV-Empfängers (samt Anrecht auf eine stattliche Pension).

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