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1931: „Hungerkanzler“ Brüning spart

Kanzlerin Merkel hat mit ihrem Sparprogramm ein historisches Vorbild: Heinrich Brüning, 1931/-32 Kanzler des Deutschen Reiches und Politiker der katholischen Zentrumspartei, Vorläuferin der CDU, reagierte auf die damalige Weltwirtschaftskrise wie heute Angela Merkel: „Haushaltssanierung“ durch Sparen bei den staatlichen Sozialausgaben. Er wurde deshalb „Hungerkanzler“ genannt.

Historiker sind sich heute einig, dass diese unsoziale Sparpolitik Brünings einer der wesentlichen Gründe war, warum zwei Jahre später die Nazis an die Macht kommen konnten.

Dieser Beitrag beruht auf einem Leserbrief in der „taz“ (9.6.2010)

Pfandbrief-Krise

Da hat ist sie aber ins Fettnäpfchen getreten – unsere Kanzlerin. Sie kritisiert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Großanlegern aus Banken und Versicherungen für 60 Milliarden Euro Pfandbriefe abkaufen will – und die Zocker-Zeitungen Financial Times (London) und Wall Street Journal (New York) reagieren verschnupft.

Dabei hat die Kanzlerinnen-Kritik einen nachvollziehbaren Kern: Zwar wurde die Finanzkrise durch den Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts ausgelöst – eigentliche Ursache war aber die Blase, die sich in den Jahren zuvor bildete, als die US-amerikanische und die englische Notenbank die Finanzmärkte mit billigem Geld fluteten. Deshalb fragen sich Merkl (und auch Steinbrück), ob die Milliarden der Notenbanken für die Finanzmärkte nicht gerade schon wieder eine neue Spekulationsblase nähren.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 4.6.2009