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Ölpest-Gefahr in der Arktis

Kanada hat bezüglich Ölbohrungen im tiefen Wasser strengere Regeln als die benachbarten USA und das gegenüber liegende Grönland. Die kanadische BP-Niederlassung hatte vor der Ölpest im Golf von Mexiko den Antrag gestellt, von diesen strengeren Vorschriften befreit zu werden. Begründung: Wegen des kurzen arktischen Sommers sei die aus Sicherheitsgründen vorgeschriebene Extrabohrung zu teuer und zeitaufwändig.

Quelle: taz (18.5.2010)

Öl-Tagesproduktion

„Die Zeit“ (18.3.2010) hat die Tages-Ölproduktion des Jahres 2009 in einer Rangliste veröffentlich (Millionen Barrel pro Tag, 1 Barrel = 159 Liter):

  1. Russland: 10,21 Millionen Fässer
  2. USA: 8,08
  3. Saudi-Arabien: 7,92
  4. China: 3,79
  5. Iran: 3,74
  6. Kanada: 3,11
  7. Mexiko: 2,97
  8. Brasilien: 2,49
  9. Irak: 2,45
  10. Norwegen: 2,38

(Zahlen von der Internationalen Energieagentur).

Wüsten wachsen aus Geldmangel

Nur 4,3 Prozent mehr als bisher – insgesamt nur lächerliche 16,3 Millionen US-Dollar, wollen die Länder, die an der neunten UN-Konferenz gegen Wüstenbildung teilnahmen locker machen, um die Ausbreitung der Trockenzonen des Planeten zu begrenzen. Der Exekutivsekretär der Konferenz, Luc Gnacadja, hatte eine Erhöhung des Etats um 15 Prozent gefordert, was vor allem von den USA, Kanada und Japan blockiert wurde.

Nach den Zahlen der Konferenz sind 40 Prozent der weltweiten Landflächen Trockenzonen – in den kommenen Jahren soll sich dieser Wert auf bis zu 45 Prozent erhöhen. Damit wird auch die Ackerbaufläche kleiner – obwohl sich wegen es Wachstums der Weltbevölkerung die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 verdoppeln müsste.

Quelle: die tageszeitung 5.10.2009

Im Ölsand ausgerutscht

Kanada produziert derzeit täglich 1,3 Millionen Barrel Rohöl aus Ölsanden, mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2000. Kanada ist deshalb inzwischen der größte ausländische Öl-Liferant der US-Amerikaner (19 Prozent der Importe des Jahres 2008).

Kanada zahlt einen hohen Preis mit der umweltschädlichen Ausbeutung der Ölsande: Das Land kann seine Klimaziele nicht erreichen, weil die Produktion des Ölsand-Öls das Klima stark belastet, große Mengen Erdgas und Wasser braucht und viel CO2 und Abfall produziert.

Bis 2006 wollen die Kanader ihre Produktion auf 6,3 Millionen Barrel täglich steigern – und das obwohl Ölproduktion aus Ölsanden das Klima um mindestens ein Drittel mehr belastet als Öl aus anderen Quellen.

Auch die USA begeben sich mit den kanadischen Ölsanden auf gefährliche Pfade: Ihre derzeit ambitionierten Klimaziele können nicht erreicht werden, wenn der Anteil an kanadischen Ölsand-Ölimporten steigt.

Quelle: New-York-Times-Beilage der Süddeutschen Zeitung (25.5.2009)