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Bank will 850 Millionen

Noch bis 10. August läuft die Frist des Essener Insolvenzgerichts, um den Warenhauskonzern Karstadt planmäßig aus der Insolvenz hereaus zu sanieren. Käufer Nicolas Berggruen, der alle Arbeitsplätze im Karstadt-Konzern erhalten will, muss sich dabei vor allem mit der Anlegergruppe „Highstreet“ auf niedrigere Mieten einigen.

Zur Erinnerung: Der frühere Boss des pleite gegangenen Karstadt-Mutterkonzerns, der ehemalige Bertelsmann-Manager Thomas Middelhoff, hatte die Karstadt-Häuser an Highstreet verkauft (Middelhoff hatte dort selbst Geschäftsanteile) und dafür gesorgt, dass Karstadt die Warenhäuser zu völlig überhöhten Preisen zurückmietet.

Innerhalb von Highstreet wehrt sich vor allem die Valovis-Bank gegen Mietsenkungen. Valovis hieß früher Karstadt-Quelle-Bank und lieh Highstreet 850 Millionen Euro für den Kauf der Karstadt-Warenhäuser. Bei niedrigeren Mieten müsste die Bank Wertberichtigungen vornehmen und länger auf die Kreditrückzahlung warten. Deshalb blockiert Highstreet die Rettung von Karstadt.

Quelle: taz 17.7.2010

Finanzmarktmeute: Karstadt darf nicht klappen

Ziemlich einhellig wird der Karstadt-Übernehmer Berggruen in den Medien abgelehnt. Er habe keine Erfahrung im Kaufhausgeschäft wird ihm ebenso vorgeworfen, wie seine Zusage an die 25.000 Karstadt-Beschäftigten, dass diese ihren Arbeitsplatz behalten können (weswegen die Gewerkschaft ver.di im Gläubigerausschuss für Berggruen stimmte).

Hinter diesen Vorbehalten darf man gerne die Meinungsmanipulatoren der Finanzmarktindustrie vermuten. Denn Berggruen will nicht bei den Beschäftigten abkassieren, sondern die Vermieter des Finanzkonzerns Highstreet mit in die Verantwortung für die Fortführung der Kaufhäuser nehmen. Highstreet nämlich hat durch überhöhte Mieten wesentlich beigetragen, dass Karstadt pleite ging. Und zu den überhöhten Mieten kam es, weil der frühere Chefmanager des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, das Bertelsmann-Gewächs Thomas Middelhoff das Eigentum der Kaufhauskette an die Finanzinvestoren verscherbelte (Finanzinvestoren bei denen er selbst sein Privatvermögen anlegte).

Da stört ein Käufer sehr, der dieses Spiel des Profit schlagens aus den Arbeitsplätzen vieler Menschen nicht mitspielt.

Mietnachlass für Karstadt

Die Vermieter der Karstadt-Warenhäuser wollen der pleite gegangenen Warenhauskette offenbar Mietzahlungen in Höhe von 160 Millionen Euro erlassen – zur Hälfte durch den Verzicht auf Strafzahlungen wegen der geplanten Schließung von Karstadt-Warenhäusern und die andere Hälfte durch den Verzicht auf vereinbarte Mietsteigerungen in den nächsten 5 Jahren. Verzichten tut der Vermieter Highstreet. Der frühere Vorstandsvorsitzende des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hatte die Warenhäuser an Hightstreet verkauft und für – nach Expertenmeinung – unbezahlbare Mieten zurückgemietet und damit die Karstadt-Pleite vorangetrieben. Profitiert von dem Deal hatte auch Middelhoff selbst.

Quelle: taz 16.11.2009