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Ungewöhnliche Dividende

Als Geschenk an den neuen Großaktionär Warren Buffett wertet die „Süddeutsche Zeitung“ (3.2.2010) die hohe Dividende und die Aktienrückkäufe, die die Rückerversicherung „Munich Re“ (früher: Münchener Rück) jetzt an ihre Aktionäre ausschüttete – 2 Milliarden Euro von den 2,56 Milliarden Gewinn, den der Rückversicherer machte. Freuen wird dies Buffett, weil er just im Januar seinen Firmenanteil auf drei Prozent erhöhte (über „Finanzinstrumente“ hat er Kontrolle über weitere 2 Prozent des Firmenkapitals). Buffett gehört der US-Wettbewerber General Re und er ist auch an der Swiss Re beteiligt.

Die Munich Re verwaltete 2009 182 Milliarden Euro, die 4,4 Prozent Rendite erbrachte – eine Milliarde Euro mehr als 2008.

Staat zahlt Dividende

Ulrike Herrmann von der taz (15.6.2009) hat genau hingeschaut: 2008 erhielten die Allianz-Aktionäre eine Dividende von 3,50 Euro pro Aktie – Spitze im DAX. Der elfköpfige Vorstand bekam 26 Millionen Euro überwiesen. Doch gleichzeitig wies die Bilanz einen Verlust von 2,4 Milliarden Euro aus.

Was war passiert? Der Allianz gelang der Coup, die Dresdner Bank an die Commerzbank zu verkaufen – für 5,1 Milliarden Euro und der Zusicherung, dass an den Schaltern der fusionierten Bank 15 Jahre lang nur Allianz-Finanzprodukte verkauft werden dürfen. Finanziert hat den Deal der Steuerzahler, der mit 18,2 Milliarden Euro staatlicher Kapitalhilfe das neue Großinstitut stützte. Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner verhöhnte für dieses Geschenk diejenigen, die ihm sein Millionengehalt zahlten: Bei einer Managernachwuchs-Tagung in St. Gallen bezeichnete er die Versuche zur Regulierung der Finanzindustrie als „Schönheitsoperationen“ der Beamten.

Von der früheren Steuerfreiheit der Lebensversicherung bis zur Riester-Rente garantierte der Staat der Allianz gute Gewinnmöglichkeiten. Und in der Krise stützt der Staat die Finanzindustrie mit milliardenteuren Rettungsschirmen, niedrigen Leitzinsen und der Absicherung von wettbewerbsmindernden Großfusionen.

Es wäre wohl doch besser gewesen, die Commerzbank komplett zu verstaatlichen: Das mit 18,2 Milliarden Euro gestützte Institut ist gerade noch einmal 6,4 Milliarden wert. Kommentatorin Herrmann aber hat recht, wenn sie sagt, dass nicht nur die Manager arrogant der Politik nichts zutrauen – auch die Politiker selbst verzichten auf das Ausspielen ihrer Verstaatlichungs-Macht.