Schlagwort-Archive: Bad Banks

Staatsschulden für Banken

Karl Marx hat es im ersten Band des „Kapital“ drastisch formuliert:

„Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist ihre Staatsschuld.

Dazu passt die Meldung des statistischen Bundesamts nach dem am Jahresende 2010 Bund, Länder und Gemeinden mit 1.999.000.000.000 Euro (knapp 2 Billionen) verschuldet waren. Damit haftet jeder Bürger rechnerisch für eine Staatsschuld von 24.450 Euro.

Der Anstieg der deutschen Staatsschulden betrug über das Jahr gesehen 18 Prozent oder 304.400.000.000 Euro (304 Milliarden). Soviel wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1950. Ein Sechstel der Staatseinnahmen müssen jetzt für Zinszahlungen an die „Anleger“ aufgewendet werden.

Wichtigster Grund für die stark steigende Schuldenlast: Die „Bad Banks“ mit denen der Staat die Geldverleiher und Spekulanten gerettet hat. Allein die Rettung von Hypo Real Estate und West LB trieben den deutschen Schuldenstand um 232.200.000.000 Euro (232 Milliarden) in die Höhe.

Irland-Risiko

Die verstaatlichte Hypo Real Estate Bank bleibt weiter ein Milliardengrab. Im dritten Quartal verbuchte der Immobilien- und Staatsfinanzierer ein Minus von 445 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres sind bereits 1,14 Milliarden Euro Verluste aufgelaufen – eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr wo dieser Wert bei 1,73 Milliarden Euro lag.
Am 1. Oktober wurden 173 Milliarden Euro in eine „Bad Bank“ ausgelagert. Das macht die aus der HRE hervorgegangene neue „Deutsche Pfandbriefbank“ risikoloser und erfordert nun nur noch 17 Millionen Euro Risikoabsicherung – gegenüber 631 Millionen im Jahr zuvor.
Das Risiko für die Steuerzahler liegt derzeit im Geschäft der Bank mit Irland, Griechenland, Spanien, Portugal und Spanien. Die Bank soll in diese Länder 35,5 Milliarden Euro an Krediten ausgegeben haben, die nun als gefährdet gelten.
Quelle: taz (17.11.2010)