2007: Bahn frei für Computer-Spekulation

Bis 2007 wurden 80% aller Aktienverkäufe auf US-Gebiet über die New Yorker Börse abgewickelt. Online-Börsen spielten nur eine kleine Rolle. Der Grund: es galt das Gesetz, dass ein Aktienverkauf über die Börse abgewickelt werden musste, die dem Auftraggeber den „besten Preis“ garantierte. Damit spielten die Geschwindigkeitsvorteile der Computer in der Praxis keine Rolle.

Dann jedoch kam die Aktienmarktreform und seitdem werden in New York an der dortigen Börse nur noch 20 Prozent der Aktiengeschäfte getätigt. Die „high frequency trader“ – meist Hedgefonds oder kleine Firmen von Ex-Bankmanagern – machen heute 70 Prozent aller Aktientransaktionen. Dazu benutzen sie die „naked access“ (nackter Zugang) Schnittstellen der Banken für ihre Hochleistungs-Computer, die ihre Orders aufgrund von Software-Regeln am Markt platzieren.

Und diese HFTs haben nun den Euro als Spekulationsobjekt entdeckt. So wechselten vor dem Euro-Kurssturz an einem Tag an der Chikagoer Derivatebörse (Chicago mercantile exchange) Euro-Terminkontrakte im Wert von 114 Milliarden Dollar die Besitzer.

Quelle: Die Zeit (12.5.2010)


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