{"id":55,"date":"2009-05-24T11:21:08","date_gmt":"2009-05-24T09:21:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=55"},"modified":"2009-05-24T11:21:08","modified_gmt":"2009-05-24T09:21:08","slug":"prima-autoklima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2009\/05\/24\/prima-autoklima\/","title":{"rendered":"Prima Autoklima"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur bei der \u00f6konomisch und \u00f6kologisch fragw\u00fcrdigen Abwrackpr\u00e4mie setzt die Autoindustrie auf das altbekannte &#8222;Weiter so!&#8220;. Auch bei den Autoklimaanlagen wird das alte Muster, das vor allem dem shareholder value n\u00fctzt wieder einmal deutlich. Wieder einmal geht es um die Einf\u00fchrung einer umweltfreundlicheren Technik im Fahrzeugbau. Wieder einmal verspricht die Industrie eine &#8222;freiwillige&#8220; L\u00f6sung &#8211; diesmal bis 2011 -, die nicht gehalten wird. Und wieder knicken die Politiker ein und lassen zu, dass der Klimaschutz auf das Jahr 2017 vertagt wird &#8211; mindestens!<\/p>\n<p>Worum es geht: Ab 2011 sind in der EU K\u00e4ltemittel verboten, die ein &#8222;Global Warming Potential&#8220; (GWP) von mehr als 150 haben (was bedeutet, dass diese Stoffe das Klima mit mehr als dem 150-fachen von Kohlendioxid &#8211; CO<sub>2<\/sub> &#8211; belasten). Seit einer gemeinsam von Greenpeace und Coca Cola vorangetriebenen technischen Entwicklung gibt es eine klimafreundlichere Alternate &#8211; eben das sonst so sch\u00e4dliche CO<sub>2<\/sub> mit seinem GWP-Wert von nur 1. Und diese Ger\u00e4te sind nunmehr nahezu einsatzreif in Automobilen &#8211; kosten allerdings bis zu 150 Euro mehr als jetzige Ger\u00e4te (die den Benzinverbrauch um einen Liter pro 100km erh\u00f6hen &#8211; was 20 Gramm CO<sub>2<\/sub> pro Kilometer entspricht und au\u00dferdem noch weiter 7 Gramm wegen Leckagen aussto\u00dfen).<\/p>\n<p>Und jetzt kommen die Chemiekonzerne DuPont und Honeywell ins Spiel. Sie bieten anstelle des seit dem Montreal-Vertrag gegen die Zerst\u00f6rung der Ozonschicht verwendeten ozonunsch\u00e4dlichen aber klimasch\u00e4dlichen K\u00e4ltemittels R134a das hochbrennbare 1234yf an, das sich in herk\u00f6mmlichen Autoklimaanlagen fast ohne technische Ver\u00e4nderungen verwenden l\u00e4sst &#8211; und der EU-GWP-Grenze entspricht. Prima sagt da die Autoindustrie (wegen der Brennbarkeit des Gases sogar gegen den ADAC) und schiebt das Kohlendioxid (R744) auf die lange Bank.<\/p>\n<p>So war es bei der Einf\u00fchrung des Katalysators, so ist es gerade bei der Senkung des Kohlendioxid-Aussto\u00dfes f\u00fcr Neuwagen (zur Erinnerung: Schon 2008 hat die Autoindustrie 140 Gramm CO<sub>2<\/sub> pro Kilometer versprochen und nicht gehalten), und so ist es bei den Autoklimaanlagen &#8211; von denen es schon heute 400 Millionen weltweit gibt. 400 Millionen Klimaanlagen, deren Klimasch\u00e4dlichkeit auf 1\/150stel reduziert werden k\u00f6nnte &#8211; wenn die Politik sich endlich einmal gegen die Auto- und Chemielobby durchsetzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Quelle: DIE ZEIT Nr. 21 vom 14.5.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur bei der \u00f6konomisch und \u00f6kologisch fragw\u00fcrdigen Abwrackpr\u00e4mie setzt die Autoindustrie auf das altbekannte &#8222;Weiter so!&#8220;. 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