{"id":422,"date":"2009-08-05T04:59:45","date_gmt":"2009-08-05T02:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=422"},"modified":"2009-08-05T04:59:45","modified_gmt":"2009-08-05T02:59:45","slug":"ackermanns-7-punkte-agenda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2009\/08\/05\/ackermanns-7-punkte-agenda\/","title":{"rendered":"Ackermanns 7-Punkte-Agenda"},"content":{"rendered":"<p>In der &#8222;tageszeitung&#8220; (3.8.2009) bezeichnet Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann Deutsche Bank Chef Josef Ackermann als derzeit m\u00e4chtigesten Mann der Bundesrepublik und illustriert dies damit, wie seit dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate die gesamte politische F\u00fchrung der Republik sich nach dem Rettungsplan des Bankmanagers richtet. Und Herrmann zeigt auch die 7-Punkte-Agenda Ackermanns zur k\u00fcnftigen Ausgestaltung der Finanzm\u00e4rkte:<\/p>\n<ol>\n<li>Die &#8222;besten Banken&#8220; sollen weiter eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent anstreben<\/li>\n<li>Technologisch hohe H\u00fcrden sollen ein Oligopol der Investment-Banken vor l\u00e4stiger Konkurrenz sch\u00fctzen<\/li>\n<li>Die komplexen technologischen Informationssysteme sind n\u00f6tig, um den Banken bei hochkomplizierten Finanzmarkt-Produkten den \u00dcberblick \u00fcber eigene Risiken und die eigene Liquidit\u00e4t zu sichern &#8211; also einen Konkurrenzvorteil vor denjenigen Banken zu verschaffen, die nur weniger komplexe Produkte anbieten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ackermann begr\u00fcndet die notwendigkeit der komplizierten Finanzmarktprodukte (die &#8211; nebenbei &#8211; die Krise ausgel\u00f6st haben) mit den Finanzierungsnotwendigkeiten der Globalisierung. Herrmann sieht darin eine ideologisch motivierte Aufwertung des Bankers zum Finanzmarkt-Ingenieur &#8211; die Illusion einer &#8222;Finanzmarkt-Industrie&#8220;, die selbst Werte schafft. Und dies obwohl in Wahrheit der Finanzsektor parasit\u00e4r von der Realwirtschaft lebt. Herrmanns Beispiel: Von den 932 Milliarden Euro Firmenkrediten stecken nur 20 Milliarden in verbrieften Finanzmarktprodukten. Das Geld der strukturierten Finanzmarktprodukte war einzig und allein das Spielgeld, das in der Immobilienblase steckte.<\/li>\n<li>Obwohl auch Ackermann wei\u00df, dass Schrottpapiere auch bei h\u00f6chster Komplexit\u00e4t Schrottpapiere bleiben, will er sie nicht verbieten &#8211; er will lediglich mehr Transparenz durch das Verbot des Handels von Bank zu Bank. Stattdessen m\u00f6chte er &#8222;Clearingstellen&#8220; zwischengeschaltet haben, also B\u00f6rsen.<\/li>\n<li>&#8222;Clearingstellen&#8220; sollen daf\u00fcr sorgen, dass &#8222;schwache Marktteilnehmer&#8220; schneller pleite gehen k\u00f6nnen, wobei Ackermann verschweigt, dass f\u00fcr die Verluste der Pleite-Banken immer der Staat und seine B\u00fcrger aufkommen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Ackermann fordert mehr Eigenkapital f\u00fcr die Banken &#8211; wobei er nicht sagt, dass 25 Prozent Eigenkapitalrendite nur mit hohen Fremdkapital-Hebeln zu erreichen waren. Herrmann sieht deshalb die Gefahr noch komplizierterer Finanzmarkt-Produkte zur Erreichung des 25-Prozent-Renditeziels &#8211; und den n\u00e4chsten Crash.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Hermann bewertet Ackermanns Strategie als volkswirtschaftliche Ausformung der betriebswirtschaftlichen Interessen der Deutschen Bank &#8211; deren Renditeziel ordnet der m\u00e4chtigste Mann der Republik die Politik unter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &#8222;tageszeitung&#8220; (3.8.2009) bezeichnet Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann Deutsche Bank Chef Josef Ackermann als derzeit m\u00e4chtigesten Mann der Bundesrepublik und illustriert dies damit, wie seit dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate die gesamte politische F\u00fchrung der Republik sich nach dem Rettungsplan des Bankmanagers richtet. 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