{"id":2819,"date":"2017-07-26T07:42:07","date_gmt":"2017-07-26T05:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=2819"},"modified":"2017-07-26T07:42:07","modified_gmt":"2017-07-26T05:42:07","slug":"dieselskandal-kartellabsprachen-betriebswirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2017\/07\/26\/dieselskandal-kartellabsprachen-betriebswirtschaft\/","title":{"rendered":"Dieselskandal? Kartellabsprachen? Betriebswirtschaft!"},"content":{"rendered":"<p>Innerhalb weniger Monate haben es die deutschen Autokonzerne geschafft, den Ruf des &#8222;Made in Germany&#8220; vollst\u00e4ndig zu ruinieren. Zuerst flog auf, dass strenge Abgasnormen der EU nur auf dem Rollenpr\u00fcfstand einzuhalten sind, weil nur dort die Motor-Software einen &#8222;unsportlichen&#8220; Betriebsmodus fahren kann. Dann wurde auch noch klar, dass sich die Hersteller in geheimen Runden darauf verst\u00e4ndigten, die &#8222;ad blue&#8220; Fl\u00fcssigkeitstanks aus Kostengr\u00fcnden so klein zu machen, dass die sch\u00e4dlichen Diesel-Stickoxide im normalen Fahrbetrieb kaum zu reduzieren sind.<\/p>\n<p>Damit ist der Kern des Problems identifiziert. Es geht darum, gesetzliche Regulierungen m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstig &#8222;einzuhalten&#8220;. Es geht darum, in ges\u00e4ttigten Nuewagen-M\u00e4rkten, den Gewinn pro verkauftem Auto m\u00f6glichst hoch zu halten, indem auch noch die kleinste Einsparm\u00f6glichkeit genutzt wird. Und es geht darum, ein gewinntr\u00e4chtiges Gesch\u00e4ftsmodell (Diesel-Pkw) so lange wie m\u00f6glich auszureizen &#8211; mit geballter Lobbymacht gegen\u00fcber den Reguolierern und Kontrolleuren aus der Politik; und mit allerlei Tricks bis hinein in kriminelle Software-Manipulationen und Kartellabsprachen.<\/p>\n<p>Denn Investoren und Aktion\u00e4re messen den Erfolg eines Autokonzerns vor allem an der Rendite des eingesetzten Kapitals. Und die kann nur dann hoch sein, wenn die Konzern-Gewinne hoch sind. Und weil eine Gewinnsteigerung nicht mehr \u00fcber eine Steigerung der Zahl der verkauften Autos machbar ist &#8211; muss es eben die &#8222;Spanne&#8220; beim einzelnen Auto sein. Und da kann man nicht nur bei der Gr\u00f6\u00dfe der Harnstofftanks sparen, sondern auch an teuren Entwicklungskosten f\u00fcr neue Technologien wie die E-Mobilit\u00e4t (die zudem in den n\u00e4chsten Jahren noch keine Gewinne versprechen &#8211; ganz anders als bei den bekannten und bei den K\u00e4ufern beliebten 2-Tonnen-SUV mit Dieselmotor).<\/p>\n<p>Vom Vorstand bis zur Softwareentwicklung und den Entwicklungsabteilungen haben sich alle dem Ziel verschrieben, den Gewinn des Konzerns maximal zu halten, damit das scheue Reh Kapital weiter ins Diesel-Automobil &#8222;investiert&#8220;. Schlie\u00dflich h\u00e4ngt daran im Kapitalismus auch die eigene Existenz &#8211; vom Manager \u00fcber den Ingenieur bis zum treuen IG Metall Mitglied am Montageband. Da ist der Griff zur kriminellen Methode (Software, Kartell) nur logisch. Es geht nicht anders im Kapitalismus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb weniger Monate haben es die deutschen Autokonzerne geschafft, den Ruf des &#8222;Made in Germany&#8220; vollst\u00e4ndig zu ruinieren. Zuerst flog auf, dass strenge Abgasnormen der EU nur auf dem Rollenpr\u00fcfstand einzuhalten sind, weil nur dort die Motor-Software einen &#8222;unsportlichen&#8220; Betriebsmodus fahren kann. 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