{"id":2723,"date":"2012-08-06T12:05:03","date_gmt":"2012-08-06T10:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=2723"},"modified":"2012-08-06T12:05:03","modified_gmt":"2012-08-06T10:05:03","slug":"440-millionen-in-einer-halben-stunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2012\/08\/06\/440-millionen-in-einer-halben-stunde\/","title":{"rendered":"440 Millionen in einer halben Stunde"},"content":{"rendered":"<p>Vorerst scheint die Aktienhandelsfirma &#8222;Knight Capital&#8220; gerettet. Rund 400 Millionen US-Dollar stellen Finanzfirmen wie &#8222;Blackstone&#8220; bereit, um den gr\u00f6\u00dften Teil der 440 Millionen Dollar Verluste abzudecken, die das Unternehmen innerhalb einer halben Stunde eingefahren hatte, weil es &#8222;versehentlich&#8220; in seinen Computerprogrammen eine Testsoftware laufen lie\u00df, die systematisch Aktien zu teuer einkaufte und zu billig verkaufte.<\/p>\n<p>&#8222;Knight Capital&#8220; geh\u00f6rt zu denjenigen Firmen, die versuchen, kleine Preisunterschiede auszunutzen, die beim Handeln mit Aktien eines Unternehmens an verschiedenen B\u00f6rsen entstehen. Die Firma, die sich als &#8222;Marktmacher&#8220; (englisch: market maker) versteht, und im Juli t\u00e4glich im Schnitt einen Handelsumsatz von 19,5 Milliarden Dollar machte, verdient also Geld damit, dass sie in schneller Folge Aktien kauft und verkauft und dabei Gewinne aus minimalen Kursunterschieden macht.<\/p>\n<p>In einem Artikel der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/37\/37394\/1.html\" target=\"_blank\">telepolis<\/a>&#8220; ist nachzlesen, was schief lief: Das Testprogramm, das eigentlich nur testen sollte, ob die Computer an den jeweiligen Handelsnetzen richtig angeschlossen sind, platzierte fast unbemerkt Auftr\u00e4ge, die so aussahen, dass bei einer Aktie (Exelon Corp.) zwischen Kauf und Verkauf jedesmal ein Verlust von 15 Cent entstand &#8211; 40 mal pro Sekunde (6 Dollar), 2400 mal pro Minute (360 Dollar), insgesamt in der fraglichen halben Stunde allein bei dieser Aktie 10.800 Dollar Verlust f\u00fcr &#8222;Knight Capital&#8220;. Insgesamt f\u00fchrte der Fehler bei 140 Aktien zu auff\u00e4lligen Kursausschl\u00e4gen &#8211; allerdings waren die nur bei weniger als 10 so gro\u00df (\u00fcber 30 Prozent Abweichung von vorangegangenen Kursen), dass die automatischen Sicherungssysteme der B\u00f6rsen griffen und die Auftr\u00e4ge stornierten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Knight Capital hatte vor dem selbstproduzierten Crash einen &#8222;Marktwert&#8220; von einer Milliarde US-Dollar und Bargeldbest\u00e4nde von 365 Millionen Dollar. 2004 musste die Firma 79 Millionen Dollar Strafe zahlen, weil sie ihre Kunden <del>betrogen<\/del> \u00fcbervorteilt hatte. Nach der jetzt n\u00f6tigen &#8222;Rettungsaktion&#8220; f\u00fcr den Hochfrequenzh\u00e4ndler besitzen die Finanzinvestoren etwa drei Viertel der Unternehmensaktien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorerst scheint die Aktienhandelsfirma &#8222;Knight Capital&#8220; gerettet. 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