{"id":2307,"date":"2011-07-26T12:59:30","date_gmt":"2011-07-26T10:59:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=2307"},"modified":"2011-07-26T12:59:30","modified_gmt":"2011-07-26T10:59:30","slug":"steuergeld-aus-dem-paradies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2011\/07\/26\/steuergeld-aus-dem-paradies\/","title":{"rendered":"Steuergeld aus dem Paradies"},"content":{"rendered":"<p>In einem Kommentar listet die Financial Times Deutschland (31.5.2011) ein paar Fakten zu Steuerparadiesen auf &#8211; und zu den Gr\u00fcnden, warum diese Geld-Oasen nicht ausgetrocknet werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Beispiel Rohstoffkonzern Glencore: Steuerlicher Sitz: Baar im schweizer Niedrigsteuerkanton Zug; rechtlicher Sitz seit 14.3.2011: Die englische Kanalinsel Jersey; die Finanzierungsgesellschaft Glencore Finance hat ihren Sitz in Luxemburg. Steuer- und &#8222;Laisser faire&#8220;-Paradiese allesamt. Die gesparten Steuern sind Gelder, die eigentlich den Staaten zustehen, in denen Glencore nach Rohstoffen sch\u00fcrfen l\u00e4sst; konsequent weist Glencore Sambias Forderung nach h\u00f6heren Steuereinnahmen aus der Konzern-Mine Mopani zur\u00fcck.<\/li>\n<li>Internationale Konzerne und verm\u00f6gende Privatkunden entziehen sich durch Flucht in Stuerparadiese ihrer gesellschaftlichen Pflicht: In den USA zahlten Unternehmen in den 1950er-Jahren 40 Prozent der Einkommensteuern. Heute betr\u00e4gt dieser Anteil nur noch 20 Prozent. Entwicklungsl\u00e4nder verloren durch Steuerflucht nach Sch\u00e4tzungen 1200 Milliarden Dollar an Einnahmen (1.200.000.000.000 $), die USA im Vergleich zu den 1960er-Jahren j\u00e4hrlich 280 Milliarden Dollar. Die Zeche zahlen die \u00fcbrigen Staatsb\u00fcrger in Form schlechterer Sozialsysteme und Infrastruktur.<\/li>\n<li>Dass nichts getan wird liegt &#8211; so der Buchautor Nicholas Shaxson (&#8222;Treasure Islands&#8220; &#8211; \u00fcbersetzt: Schatzinseln) daran, dass die aufgebl\u00e4hten Finanzsektoren in den USA und Gro\u00dfbritannien mit Geld aus den Steuerparadiesen gef\u00fcttert werden. Dazu dient das &#8222;Spinnennetz&#8220;: Geld wandert vom inneren Kreis &#8211; den Steureoasen wie Jersey oder Guernsey in den zweiten Ring, die \u00dcbersee-Steuerparadiese wie die Cayman-Inseln in den dritten Ring &#8211; Handelspl\u00e4tze wie Hongkong oder Singapur. In den USA ist der erste Ring die Bundesregierung, die Steuerbefreiungen erlaubt, die dann im zweiten Ring, den inl\u00e4ndischen Offshore-Paradiesen Florida und Delaware landen, wo die H\u00e4lfte aller US-Firmen ihren Sitz hat.<\/li>\n<li>Michael Foot vermutete, dass allein im 2. Quartal 2009 britische Banken eine Nettofinanzierung von 332,5 Milliarden Dollar (332.500.000.000 $) aus Guernsey, Jersey und der Isle of Man erhielten. Von den Bermuda-Inseln kommt fast ein Drittel der beim Versicherer Lloyds angelegten Gelder, etwa 6,22 Milliarden Euro.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Kommentar listet die Financial Times Deutschland (31.5.2011) ein paar Fakten zu Steuerparadiesen auf &#8211; und zu den Gr\u00fcnden, warum diese Geld-Oasen nicht ausgetrocknet werden: Beispiel Rohstoffkonzern Glencore: Steuerlicher Sitz: Baar im schweizer Niedrigsteuerkanton Zug; rechtlicher Sitz seit 14.3.2011: Die englische Kanalinsel Jersey; die Finanzierungsgesellschaft Glencore Finance hat ihren Sitz in Luxemburg. 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