{"id":1946,"date":"2010-12-22T11:07:03","date_gmt":"2010-12-22T10:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=1946"},"modified":"2010-12-22T11:07:03","modified_gmt":"2010-12-22T10:07:03","slug":"weniger-brutto-ist-weniger-netto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2010\/12\/22\/weniger-brutto-ist-weniger-netto\/","title":{"rendered":"Weniger Brutto ist weniger Netto"},"content":{"rendered":"<p>In einem Leitartikel der &#8222;taz&#8220;\u00a0 (30.11.2010) geht es um &#8222;Mehr Netto vom Brutto&#8220;. Hier Ausz\u00fcge:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8220;Entlastung der B\u00fcrger&#8220; lautet das Dogma&#8230; Die Steuerentlastungsrhetorik f\u00fchrt jedoch absichtsvoll in die Irre. Was sen Arbeitnehmern vom Bruttolohn abgezogen wird, flie\u00dft an den Fiskus und in die gesetzlichen Versicherungen. Daf\u00fcr erhalten &#8230; sie Gegenleistungen wie staatliche Schulbildung, medizinische Versorgung und Arbeitslosengeld. Reduziert man die Abz\u00fcge vom Bruttolohn, &#8230; steigt auf der Gehaltsabrechnung die Summe des Nettolohns. Das ist der Trick, mit dem mehr Kaufkraft vorget\u00e4uscht werden soll. Tats\u00e4chlich aber sinken seit zwei Jahrzehnten die Reall\u00f6hne&#8230;<\/p>\n<p>Ein Normalverdiener mit 35.000 Euro brutto pro Jahr zahlt heute rund 1.500 Euro weniger Einkommensteuer als vor zehn Jahren. Mehr Netto vom Brutto? Irrtum: In der Zwischenzeit sind eine Reiher neuer Kosten hinzugekommen, die vom nominell h\u00f6heren Netto beglichen werden m\u00fcssen. Das sind &#8230; Studiengeb\u00fchren, die Beitr\u00e4ge zur Rieserrente, zu den privaten Krankenzusatzversicherungen, die steigenden Eintrittspreise in Schwimmb\u00e4dern und Museen&#8230;<\/p>\n<p>Weniger Netto vom Netto ist das Ergebnis, wenn der Staat auf Steuereinnahmen verzichtet und die gesetzlichen Sozialversicherungen finanziell ausbluten l\u00e4sst. Gesundheitsminister Philipp R\u00f6sler plant bereits die n\u00e4chste Attacke auf den Nettolohn. Der ohnehin schon privatversicherungsgeschundene B\u00fcrger soll auch noch Beitr\u00e4ge f\u00fcr eine private Pflegeversicherung zus\u00e4tzlich berappen. Von einer Entlastung der Leistungstr\u00e4ger in den unteren und mittleren Einkommen kann keine Rede sein. Nur f\u00fcr jene, bei denen Studiengeb\u00fchren und Kita-Beitr\u00e4ge ohnehin nur Peanuts sind, wirken Steuersenkungen als weitere Zusatzgewinne, die steueroptimiert reinvestiert werden: etwa in leerstehende B\u00fcrogeb\u00e4ude, die &#8230; den Bau neuer Wohnungen verhindern und damit die Miete k\u00fcnstlich in die H\u00f6he treiben&#8230;<\/p>\n<p>Je &#8222;schlanker&#8220; sich der Staat macht, desto nutzloser werden die Kategorien Brutto und Netto. Als entscheidend f\u00fcr den Lebensstandard erscheinen zunehmend die Fixkosten eines Wohnortes: ortsgebundene Geb\u00fchren, Gas- und Wasserpreise&#8230; Dass weniger Staat und mehr Privatwirtschaft die B\u00fcrger entlasten, dieser Glaube ger\u00e4t &#8230; ins Wanken, seitdem die Geb\u00fchren trotz (oder wegen?) der Privatisierungen rasant steigen&#8230;<\/p>\n<p>Mehr Netto vom Netto! Das bedeutet etwa geb\u00fchrenfreie Kitas und Unis, freie U-Bahn-Fahrt&#8230; &#8211; eine geb\u00fchrenfreie soziale Infrastruktur, aber daf\u00fcr h\u00f6here Steuern &#8211; vor allem auf h\u00f6here Einkommen. Eine Entlastung von den Kosten f\u00fcr die allt\u00e4gliche Basisversorgung st\u00e4rkt die Kaufkraft und sch\u00fctzt vor mehr Armut&#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Leitartikel der &#8222;taz&#8220;\u00a0 (30.11.2010) geht es um &#8222;Mehr Netto vom Brutto&#8220;. Hier Ausz\u00fcge: &#8222;&#8220;Entlastung der B\u00fcrger&#8220; lautet das Dogma&#8230; Die Steuerentlastungsrhetorik f\u00fchrt jedoch absichtsvoll in die Irre. Was sen Arbeitnehmern vom Bruttolohn abgezogen wird, flie\u00dft an den Fiskus und in die gesetzlichen Versicherungen. 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