{"id":1115,"date":"2010-01-25T17:04:47","date_gmt":"2010-01-25T16:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=1115"},"modified":"2010-01-25T17:04:47","modified_gmt":"2010-01-25T16:04:47","slug":"kampfansage-mit-samthandschuhen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2010\/01\/25\/kampfansage-mit-samthandschuhen\/","title":{"rendered":"Kampfansage mit Samthandschuhen"},"content":{"rendered":"<p>Als Kampfansage an die Banken wurde die Ank\u00fcndigung des US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama gewertet, 117 Milliarden Dollar als &#8222;Finanzkrisenabgabe&#8220; bei den amerikanischen Geldinstituten einzutreiben. Auff\u00e4llig im Gegensatz dazu steht &#8211; so die &#8222;Zeit&#8220; (21.1.2010) &#8211; wie Obama die Citigroup ( 276.000 Mitarbeiter in 98 L\u00e4ndern) geradezu mit Samthandschuhen anfasst. Die Bankengruppe, die vor Beginn der Finanzmarktkrise eine Bilanzssumme von 2 Billionen Dollar und 400.000 Mitarbeiter hatte verf\u00fcgt \u00fcber beste Kontakte in US-Regierungskreise, die bis in die 1990er-Jahre zur\u00fcckreichten &#8211; wo es den Citigroup-Managern gelang, die Politik davon zu \u00fcberzeugen, die seit der Finanzkrise von 1929 bestehende Trennung von Investment- und Gesch\u00e4ftsbanken aufzuheben (was der Citigroup den Aufstieg zum weltgr\u00f6\u00dften Finanzhaus erm\u00f6glichte).<\/p>\n<p>Nachdem die Bank mit Geldern aus dem amerikanischen Bankenrettungsfonds Tarp\u00a0 mit 45 Milliarden Dollar Soforthilfe und Staatsgarantieren f\u00fcr Schrottpapiere im Wert von 306 Milliarden Dollar geretettet war, lie\u00df sich Obamas Finanzminister Timothy Geithner darauf ein, die ersten 25 Milliarden Dollar Soforthilfe in einen 38-prozentigen Kapitalanteil des Staates an der Citigroup umzuwandeln &#8211; praktisch wertlose Aktien. Anschlie\u00dfend zahlte die Citigroup die restlichen 20 Milliarden Dollar Staatshilfe zur\u00fcck und verzichtete auf die Staatsgarantie f\u00fcr die Schrottpapiere &#8211; allein, um der Citibank zu erm\u00f6glichen, weiterhin horrende Geh\u00e4lter und Boni zahlen zu k\u00f6nnen (nachdem die Regierung zun\u00e4chst verhindert hatte, dass an den Manager Andrew Hall ein Bonus von 100 Millionen Dollar f\u00fcr seine Arbeit im Jahr 2009 ausgesch\u00fcttet wurde). Berater von Finanzminister Geithner ist der fr\u00fchere Finanzminister von Pr\u00e4sident Clinton Robert Rubin, der zuletzt Top-Berater der Citigroup war.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Citigroup wird von Obama gro\u00dfz\u00fcgig behandelt. Die geplante Abgabe, deren Einnahmen von 117 Milliarden sich auf 10 Jahre verteilen, ist selbst in ihrer Gesamtsumme niedriger als die 150 Milliarden Dollar, die die Wall-Street-Banken f\u00fcr 2009 an Bonuszahlungen aussch\u00fctten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Kampfansage an die Banken wurde die Ank\u00fcndigung des US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama gewertet, 117 Milliarden Dollar als &#8222;Finanzkrisenabgabe&#8220; bei den amerikanischen Geldinstituten einzutreiben. Auff\u00e4llig im Gegensatz dazu steht &#8211; so die &#8222;Zeit&#8220; (21.1.2010) &#8211; wie Obama die Citigroup ( 276.000 Mitarbeiter in 98 L\u00e4ndern) geradezu mit Samthandschuhen anfasst. 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