{"id":1060,"date":"2009-12-29T08:11:02","date_gmt":"2009-12-29T07:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/?p=1060"},"modified":"2009-12-29T08:11:02","modified_gmt":"2009-12-29T07:11:02","slug":"wall-street-hat-gewonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gegenstrom.net\/wordpress\/2009\/12\/29\/wall-street-hat-gewonnen\/","title":{"rendered":"Wall Street hat gewonnen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die Zeit&#8220; stellt lakonisch fest &#8222;Die Wall Street siegt&#8220; (17.12.2009). Denn bei den anstehenden Finanzmarktregulierungen fehlen ausgerechnet belastbare Regeln f\u00fcr den Derivate-Markt. Dieser Markt, der derzeit 600 Billionen Dollar umfasst (vor der Krise waren es 700 Billionen) war Ausl\u00f6ser der Wirtschaftskrise und ist immer noch der f\u00fcr die Realwirtschaft, die Staaten, die W\u00e4hrungen und die Menschen gef\u00e4hrlicheste Teil des Finanzmarkts.<\/p>\n<p>Doch das Wall Street Kartell der Derivate-Profiteure &#8211; die Gro\u00dfbanken J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley, Citigroup und Deutsche Bank haben Regeln verhindert &#8211; insbesondere die Regel, dass Derivate-Gesch\u00e4fte an einer B\u00f6rse \u00f6ffentlich \u00fcberpr\u00fcfbar notiert werden sollten.<\/p>\n<p>So bleibt es bei den undurchsichtigen Hinterzimmerdeals, die \u00fcber den Ladentisch (englisch: over the counter) gemacht werden. Diese k\u00f6nnen zwar theoretisch n\u00fctzlich sein, indem sie z.B. ein US-Unternehmen, das seine Waren nach Europa exportiert, gegen einen m\u00f6glichen Verfall des Euro sch\u00fctzen; doch in der Realit\u00e4t sind es vor allem Gesch\u00e4fte, die Hedgefonds und Banken machen, um auf m\u00f6glichst hohe Gewinne zu wetten. Gef\u00e4hrlich sind die undurchsichtigen Derivate deshalb, weil sie meistens eine Transaktionskette beinhalten, die explodiert, sobald ein beteiligter Vertragspartner im Ernstfall nicht zahlen kann &#8211; so wie voriges Jahr die Investmentbank Lehman Brothers und der Versicherungskonzern AIG.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfbanken der Wall Street haben die Politik eingesackt, indem sie in einer Kampagne prominente Kunden der Realwirtschaft &#8211; Apple, General Electric, IBM &#8211; gegen Derivate-Regeln aufmarschieren lie\u00dfen. Diese Gro\u00dfkunden haben ein eigenn\u00fctziges Interesse: Nicht um die Absicherung von Gesch\u00e4ften geht es ihnen, sondern um das Erlangen von Steuervorteilen und die M\u00f6glichkeit zur Bilanzkosmetik, die mit dem Derivatehandel einher geht. Deshalb hat der Bankeregeln-Gesetzentwurf des amerikanischen Repr\u00e4sentantenhauses Ausnahmeregeln f\u00fcr diese &#8222;Endkunden&#8220; und die gerade beliebten Devisen-Wetten (die schon vor 10 Jahren beim Zusammenbruch des Hedgefonds LTCM beinahe den Systemkollaps ausl\u00f6sten).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Zeit&#8220; stellt lakonisch fest &#8222;Die Wall Street siegt&#8220; (17.12.2009). Denn bei den anstehenden Finanzmarktregulierungen fehlen ausgerechnet belastbare Regeln f\u00fcr den Derivate-Markt. 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