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Pangasius schön geredet

Selbst Umwelt- und Tierschutzorganisationen können sich wirtschaftlichem Druck nicht entziehen – insbesondere dann, wenn er von politischen Diktaturen ausgeübt wird. So jüngst geschehen als der World Wildlife Fund (WWF) der vietnamesischen Regierung nachgab und eine Warnung vor dem Verzehr des Pangasius zurückzog.

Der Fisch, der als Alternative zum wegen Überfischung aussterbenden Kabeljau als Billig-Lebensmittel angeboten wird, wird in Vietnam in Becken von 100 mal 50 Meter Größe gezüchtet, in denen bis zu 300.000 Fische gemästet werden. Das Abwasser mit mindestens einer Million Tonnen Fischkot wird einfach in den Mekong-Fluss geleitet, wo es die Lebensgrundlage natürlich vorkommender Süßwasserfische zerstört.

Während Greenpeace bei seiner Bewertung Pangasius-Verzehr sei  „grundsätzlich nicht vertretbar“ änderte der WWF seine Bewertung von „besser nicht“ kaufen auf „Zucht in Umstellung“ – eine Kategorie, die es vorher nicht gab. Hintergrund ist die Erpressung der Regierung in Hanoi, den WWF aus dem Land zu werfen, wenn weiter kritische Töne über die Fischindustrie dort kommen.

Und nicht vergessen: Der Billigfisch ist in Deutschland einer der meistgekauften Fischarten.

Quelle: taz 9.2.2011