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1931: Adolf Hitler und die Arbeitgeber

Zwei Zitate, die nicht nur die geistige Nähe von Arbeitgebern zum Nazi-Chef Adolf Hitler dokumentieren, sondern auch in ihrem Sprachduktus problemlos in jede Sendung von Maybrit Illner oder Frank Plasberg (und jedem anderen neoliberalen Lautsprecher) passen würden:

In der deutschen Unternehmerschaft wächst endlich die Einsicht, dass eine grundlegende Wandlung unserer Wirtschaftspolitik so lange nicht von dauerhaftem Erfolg sein kann, wie die deutschen Gewerkschaften ihre Stärke erhalten und vor allem mit dieser augenblicklichen Ausschließlichkeit die Interessenvertreter der Arbeitnehmer bleiben. Eine wirksame Wandlung in der Wirtschafts- und Lohnpolitik wird sich daher sichern lassen, wenn man die Bedeutung der Gewerkschaften wesentlich zurückdrängt und das Interesse der Arbeitnehmer an den Gewerkschaften abschwächt.

Adolf Hitler in einem „Führerbrief“ vom 8.9.1931

Dass wir heute annähernd fünf Millionen Arbeitslose in Deutschland zählen, ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass unsere Wirtschaft in besonders großem Umfange durch gesetzliche Eingriffe des Staates gefesselt ist und daher nicht die genügende Wendigkeit besitzt, um sich den Schwankungen der Konjunktur mit der erforderlichen Schnelligkeit anzupassen. Als besonders verhängnisvoll hat sich auf dem Gebiete des Tarifvertragsrechtes die Unabdingbarkeit des Tarifvertrages, d.h. der Ausschluss abweichender Vereinbarungen und dessen Festhaltung durch die Gewerkschaften erwiesen.

„Deutsche Arbeitgeber-Zeitung“ vom 22.3.1931

Arbeitgeber streiten sich

Das ist lustig: Der Chef des Arbeitgeber-Verbandes Gesamtmetall Martin Kannegiesser hält nichts davon, Lohnkürzungen zu fordern und schließt dies auch für die nächste Tarifrunde aus. Auch die Streichung von Urlaubstagen oder die flächendeckende Einführung der 40-Stunden-Woche schließt der Arbeitgeberverbandspräsident aus: „Es gibt für uns keine Anlass, flächendeckend für die gesamte Branche Standards zu ändern.“ Kannegiesser verweist auf die Öffnungsklauseln in den Metall-Tarifverträgen, die schon jetzt Abweichungen über Öffnungsklauseln erlauben – vorausgesetzt, die Arbeitgeber garantieren im Gegenzug Arbeitsplätze.

Gieriger sind dagegen andere Arbeitgeber: Dieter Hundt fordert eine Senkung von Tariflöhnen, Handwerkspräsident Otto Kentzler fordert die 40-Stunden-Woche und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft will weniger Urlaubstage.

Quelle: Frankfurter Rundschau 10.8.2009