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Fleisch-Dumping

In einem Beitrag für die taz (16.4.2011) wird das System der Agrarsubvention, das in Afrika Hunger produziert am Beispiel der Geflügelfleisch-Märkte beschrieben. Europäer verkaufen mit EU-Subventionen Fleischreste (Hälse, Flügel, Innereien), die die Europäer übrig lassen. Die mit Exportsubventionen künstlich weiter verbilligten Hühnerprodukte zerstören dann die lokalen Geflügelmärkte. EU-Geflügelfleisch hat in Benin einen „Marktanteil“ von drei Vierteln.

Europa ist dabei sämtliche Tierhaltung und Tiermast in Afrika zu schädigen oder zu zerstören, werfen Entwicklungs-Experten der EU vor. So koste in Benin ein Kilo Geflügel aus Europa nur 1,40 Euro – aus einheimischer Produktion aber 2,10 Euro.

Insbesondere wirbt Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in einer großen Werbekampagne für EU-Fleischexporte und fordert von afrikanischen Ländern ultimativ die Öffnung der Märkte. Der BUND fordert deshalb den Stopp des Exportförderprogramms.

Geld für Konzerne

Vor allem die großen Konzerne sind die Nutznießer der EU-Landwirtschaftssubventionen. Die Liste ließt sich wie ein who is who der Rendite-Konzerne: RWE, Bayer, BASF, Merck, Thyssen-Krupp.

Und damit die Manager auch schön ihre Freizeit verbringen können, stehen auf der EU-Subventionsliste (noch unvollständig, wegen Bayern) auch mehrere Golf- und Reitklubs.

Im Schatten der öffentlichen Schimpferei auf die subventionierten Bauern zocken Konzerne und Reiche die EU-Suventionstöpfe ab.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 17.6.2009