Schlagwort-Archive: Schattenbanken

Im Banken-Schatten

Mit dem Thema Schattenbanken beschäftigt sich ausführlich die „telepolis“, deren Autor den vielfältigen Formen des „Offshore-Banking“ nachspürt und dabei viele Gründe liefert, warum es bislang nichts geworden ist, mit der Banken-Regulierung. Denn es geht auch um Steuerhinterziehung und das enge persönliche Geflecht zwischen den Bankmanagern und den Regierungs-Politikern in Deutschland, den USA, Großbritannien und anderen „Finanzplätzen“. Fazit: eine ernsthafte Bankenregulierung würde vor allem die Reichen und Mächtigen treffen – und die beuten doch lieber Arbeitnehmer und Staaten aus.

Manager-Optimismus verurteilt

Stefan Ortseifen, früherer Chef der Pleitebank IKB, hat vor dem Zusammenbruch seines Kredit-Kartenhauses getan, was Manager in Krisen immer tun: per Pressemitteilung Optimismus verbreitet. Das brachte ihm den Vorwurf der Kursmanipulation und eine 100.000 Euro Geldstrafe ein. Ortseifen war so dumm, die Pressemitteilung kurz vor dem absehbaren Konkurs der IKB herauszugeben. Zur Erinnerung: Die „Rettung“ der IKB hat immerhin 10 Milliarden Euro gekostet. Umgekehrt war Ortseifen vollkommen offen hinsichtlich der Dummheit seiner Aktionäre. Das System der Schattenbanken in Irland, die US-Ramschpapiere als sichere Geldanlagen verhökerten war bekannt und die kollektive Dummheit der Anleger auszunutzen ist nicht strafbar,. Deswegen konnte Ortseifen nur wegen seiner dummen Pressemitteilung verurteilt werden.

Quelle: taz 15.7.2010