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Hunger-Gewinne

Die Organisation „foodwatch“ hat einen Bericht veröffentlicht. In „Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren“ wird deutlich, welche Größenordnung zwischenzeitlich die Spekulation mit Agrarprodukten erreicht hat: bis Ende März haben Versicherungen und andere Anleger den Investmentbanken und Hedgefonds Nahrungsmittelwetten im Wert von 600 Milliarden US-Dollar abgekauft. Damit ist dieser Markt zu vier Fünfteln (80 Prozent) von Finanzspekulanten beherrscht, die nur das kurzfristige Interesse haben, die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben – mit der Folge noch größeren Hungers in der Welt.

Begleitend zur Veröffentlichung des Berichts gab es auch eine E-Mail-Aktion an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit dem Titel „Hände weg vom Acker, Mann“.

Quelle: telepolis (18.10.2011)

Hunger-Spekulanten

In einem Interview („taz“, 22.6.2011) macht Heiner Flassbeck von der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad) in Genf auf einige Fakten der laufenden Lebensmittel- und Rohstoff-Spekulation aufmerksam:

  • Es sei „ein beliebtes Märchen“, dass die Nachfrage aus China und Indien die Preise an den Lebensmittel- und Rohstoffmärkten nach oben treibe. Dies werde von interessierten Finanzmarktakteuren wie Goldman Sachs gestreut, um davon abzulenken, dass nicht der physische Markt, sondern der Finanzmarkt für die Preissteigerungen verantwortlich ist.
  • Die Deutsche Bank ist einer der größten Zuckerhändler der Welt. Nicht etwa, weil damit viel Geld zu verdienen wäre, sondern weil die Deutsche Bank hofft, eine Herde von Spekulanten und Unwissenden zum Kauf von Zuckerpapieren bewegen zu können, um die eigenen Bestände gewinnbringend weiterzuverkaufen.
  • Spekulanten sorgen dafür, dass einzelne Rohstoff- und Lebensmittelpreise stark steigen. Die eigentliche Bedingung für Preissteigerungen, die Wachstumsrate der Lohnstückkosten, ist in fast allen Ländern nahe Null (Ausnahme: China, wo es kräftige Lohnsteigerungen gibt).

In einem weiteren Artikel zum Thema schätzt die Entwicklungsorganisation Oxfam, dass in diesem Jahr die Zahl hungernder Menschen auf eine Milliarde anwachsen wird, nach 925 Millionen Hungernden im Vorjahr. Weiter heißt es, dass der Lebensmittelpreis-Index der UN-Agrarorganisation FAO im Mai um 14 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Unternehmen warnen vor Blase

Allianz-Chef Michael Diekmann warnt vor einer neuen Finanzmarktblase: „Es ist viel billiges Geld dort draußen“ und „wir finanzieren gerade die nächste Finanzblase“, warnt er und fordert: „Die Banken sollten mehr Risiken im Kundengeschäft eingehen, anstatt mit dem billigen Geld Eigenhandel zu betreiben, der letzten Endes keinen Wert schafft.“

Und auch Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz ist besorgt: „Da sind schon wieder Spekulanten und Finanzjongleure unterwegs, die munter mit Derivaten handeln.“ Er sieht als Anzeichen der laufenden Blase, dass Rohstoffe nicht mehr auf Jahresbasis gehandelt würden, sondern ausschließlich am finanzmarktorientierten, kurzfristigen Spotmarkt.

Quelle: telepolis

Rohstoff-Pump

Am 25. September war offenbar der „Tag der ökologischen Überschuldung“ (World-overshoot-day) des laufenden Jahres. Dies bedeutet laut Greenpeace, dass damit die Menge an Rohstoffen verbraucht war, die die Erde nachhaltig – also regenerierbar – liefern kann. Bis zum Ende des Jahres wird diese Nachhaltigkeitsgrenze um 40 Prozent überschritten sein.

Quelle: taz 25.9.2009