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Maulkorb könnte gelockert werden

Seit Mai 1959 existiert ein – jahrzehntelang geheim gehaltenes – Abkommen zwischen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Atomenergieagentur (IAEO). Darin verpflichtet sich die WHO ohne vorherige Genehmigung der IAEO keine eigenen Untersuchungen zu machen und/oder Maßnahmen zu ergreifen in Fragen der gesundheitlichen Folgen radioaktiver Strahlung. Deshalb sind die Dokumente der von beiden Organisationen gemeinsam veranstalteten Tschernobyl-Konferenzen von Genf (1995) und Kiew (2001) bis heute unter Verschluss. Auch durfte nicht untersucht werden, welche gesundheitlichen Folgen der Einsatz von mit Uran gehärteter Munition in den Kriegen im Irak, in Bosnien, im Kosovo und im Libanon hat.

Dabei könnte die WHO dieses Abkommen schnell kündigen – wenn es einer der 193 Mitgliedsstaaten beantragt und ein weiterer Mitgliedsstaat diesen Antrag unterstützt. Also könnte der amtierende Gesundheitsminister und künftige FDP-Vorsitzende Philipp Rösler in dieser Sache für mehr Klarheit sorgen.

Quelle: taz 20.4.2011