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Achtmal mehr

Im Jahr 2008 erzielten die obersten 10 Prozent der Beschäftigten ein durchschnittliches Jahresgehalt von 57.300 Euro (4775 Euro monatlich). Damit hatten die „Besserverdienenden“ ein achtfach höheres Jahreseinkommen als die untersten 10 Prozent, die sich mit 7400 Euro im Jahr (617 Euro monatlich) begnügen mussten. Dies geht aus einer Statistik der OECD hervor, die auch darauf verweist, dass in den 1990er-Jahren dieser Abstand deutlich geringer war. Damals hatten die „Besserverdienenden“ lediglich ein sechsmal so hohes Jahreseinkommen wie das unterste Zehntel.

Quelle: telepolis

Mittelmässige Absicherung

Eine OECD-Studie bringt es an den Tag: Die Soziale Absicherung von Langzeitarbeitslosen ist in Deutschland vergleichsweise schlecht. So erreicht das Nettoeinkommen eines fünf Jahre arbeitslosen ehemaligen Durchschnittsverdieners in Deutschland nur ein Drittel des früheren Nettolohns bei Alleinstehenden und knapp zwei Drittel bei Alleinerziehenden. Deutlich besser abgesichert sind Holländer, Dänen, Iren, Belgier und Österreicher bei Alleinstehenden Langzeitsarbeitslosen und Holländer, Dänen, Australier, Belgier und Norweger bei Alleinerziehenden.

Selbst im wirtschaftsliberalen England geht es Langzeitarbeitslosen relativ besser als in Deutschland, wo bei Alleinstehenden gerade etwa der OECD-Durchschnitt erreicht wird zu dem aber auch Länder wie Griechenland, Italien oder die Türkei beitragen, wo es gar keine Arbeitslosenversicherung gibt.

Quelle: taz 19.2.2010

Niedrige Rente sicher

Unter den 30 OECD-Ländern – gemeinhin als „die führenden Industrienationen“ bezeichnet – ist Deutschland Schlusslicht, was das Rentenniveau von Geringverdienern betrifft. Sie erreichen im Alter nur 21,5 Prozent des Durchschnittslohnes – deutlich weniger als der OECD-Schnitt von 36 Prozent. Selbst in Japan (23,6 Prozent des nationalen Durchschnittslohnes) und den USA (25,2 Prozent) sind die ärmeren Rentner besser gestellt als in Deutschland.

Einziges Trostpflaster. Die OECD-Studie bescheinigt der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, dass sie die Finanzkrise bislang unbeschadet überstanden hat. Dagegen müssen die privaten, kapitalgedeckten Systeme in Irland, Australien und den USA hohe Verluste verkraften, die aus den riskanten Spekulationsgeschäften der Rentenfonds-Manager herrühren.

Quelle: Die Zeit (9.7.2009)

Pensionsfonds verlieren

In den 30 Ländern der OECD haben private Pensionsfonds im Jahr 2008 rund ein Fünftel ihres Wertes verloren (Minus 23 Prozent) – insgesamt 5400 Milliarden Dollar! Dennoch sieht die neoliberale Kerninstitution immer noch keinen Grund, staatliche Umlagesysteme wie die deutsche Rentenversicherung zu loben. Man setzt weiter auf die „Privatrente“, die den Bürgern Irlands, Australiens und der USA gerade die größten Verluste bescherte. Dagegen halten sich die Deutschen Verluste mit 7 Prozent in engen Grenzen und bescheren der gesetzlichen Rente Platz 27 im Ranking der 30 Länder.

Quelle: Frankfurter Rundschau 24.6.2009