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Bauarbeiter bluten

Die staatliche HSH-Nordbank finanzierte mit einem Kredit von 520 Millionen Euro ein Geschäft des Immobilien-Konzerns O’conner Capital Partners. Für 440 Millionen Euro wurde in New York ein Wohnblock mit 583 Wohnungen gekauft. Die Wohnungen aus den 50er-Jahren sollten so saniert werden, dass am Ende 760 Millionen Euro durch den Verkauf erzielt werden sollten.

Die Finanzkrise kam dazwischen – und ihr Auslöser, die Immobilienkreditkrise privater Haushalte. Jetzt sollen Arbeitnehmer bluten. Die US-Baugewerkschaft „United Brotherhood of Carpenters“ wandte sich an die Hamburger Linkspartei und klagte darüber, dass wegen der Finanzierungslücken jetzt die Löhne der Arbeitnehmer gedrückt werden – indem nur noch Baufirmen mit Aufträgen für die Luxussanierung der Wohnungen bedacht würden, deren Arbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert sind (und damit niedrigere Löhne bekommen und keine Krankenversicherung für die Familien der Arbeitnehmer).

Quelle: taz 30.12.2009

Bonus-Banker-Flug

Der British Airways Flug mit der Nummer BA0001 wird als „Bonus-Banker-Connection“ verspottet, weil er den Londoner City-Flughafen direkt mit New York verbindet – und damit die Finanzzentren der Bankenviertel Canary Wharf und Wall Street. Für derzeit rund 5700 Euro (hin und zurück) bekommen die Banker einen Platz im mit nur 32 Sesseln luxuriös bestuhlten Airbus A318.

Einziger Wermutstropfen: Der Flug von London nach New York dauert 9 Stunden, anstelle der sonst üblichen 5. Der Grund: Für einen vollgetankten Airbus ist die Startbahn in der Londoner City zu kurz. Deshalb muss ein Tankstopp im irischen Shannon eingelegt werden. So dauert der Flug zwischen den Finanzzentren nicht nur deutlich länger als eine normale Verbindung über den notorisch überfüllten Airport London Heathrow. Schlimmer: Er hat gar nichts mehr zu tun mit der Flugnummer, die einst die Concorde-Verbindung zierte.

Und jetzt meckern auch noch die Umweltschützer von Friends of Earth und bezeichnen die Bonus-Banker-Verbindung als überflüssigen und umweltschädlichen Luxus.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 16.10.2009