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Banken machen Geld

Der EZB-Chef Mario Draghi, der italienische „Experten“-Regierungschef Mario Monti, Angela Merkels Mann für europäische Finanzpolitik Ottmar Issing standen im Sold der US-Großbank Goldman Sachs – ebenso wie mancher US-Finanzminister. Die Bank berät Regierungen – vor allem in ihrem Sinn. Und ein wichtiges Projekt ist dabei, die Regulierung des Finanzmarktes so weit wie möglich zu verhindern.

Denn dies ist lebenswichtig für die Banken: Mehr Geld als Kredit verleihen zu können, als Kunden an Einlagen angelegt haben. Denn entgegen der landläufigen Vorstellung verleihen die Banken nicht nur Einlagegelder. Die niedrige „Mindestreserve“ (2 Prozent in Europa, 10 Prozent in USA, 20 Prozent in China) ermöglicht es Banken, Geld aus dem Nichts zu schöpfen: Bei 2 Prozent Mindestreserve können sie 50 mal mehr Kredite vergeben, als Kunden angelegt haben.

Mehr zu diesem wunderbaren Geldschöpfungssystem gibt es in diesem „telepolis“-Artikel.

Die Mächtigen von Goldman Sachs

Mit Draghi und Monti sitzen also nun zwei italienische Wirtschaftswissenschaftler auf hohen Posten, die auf der Lohnliste einer höchst umstrittenen US-Bank standen oder stehen. Und es sei daran erinnert, dass es die Bank Goldman Sachs war, die Griechenland dabei geholfen haben soll, einen Teil seiner Staatsschulden zu verschleiern, um überhaupt in den Euroraum aufgenommen zu werden. Darin war im Übrigen auch der neue Chef der griechischen Übergangsregierungschef Loukas Papademos verwickelt. Damit wurde die europäische Statistikbehörde Eurostat getäuscht, um das „wahre Haushaltsdefizit erst nach der Aufnahme in die EU“ auftauchen zu lassen. Immer wieder tauchen auch Berichte auf, dass auch die Zahlen Italiens aufgehübscht worden sein sollen, woran Draghi federführend beteiligt gewesen sein soll. Man kann also dem Handelsblatt nur beipflichten, das heute von einem „stillen Putsch“ spricht, denn nun „bekommen die Finanzmärkte, was sie wollen“.

Die Mittelstands Nachrichten weisen auch darauf hin, dass es Goldman Sachs ist, die mit den Wetten gegen den Euro ihren Kunden ein attraktives Produkt anbietet. Damit wurde dazu beigetragen, dass die Eurozone in diese Krise geführt wurde. Dazu dienen massive Angriffe mit hohen Summen, damit sich die Wetten gewinnbringend in selbsterfüllende Prophezeiungen verwandeln. Portugal ist deshalb regelrecht abgeschossen worden. Doch die Produkte und das Geschäftsmodell von Goldman Sachs führten bekanntlich auch in die Subprime-Krise, die als Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gilt.

Auszug aus einem Artikel der „telepolis“, der die Rolle der „Technokraten“ an der Spitze von Europäischer Zentralbank (Mario Draghi) und Italiens Regierung (Mario Monti) kritisch beleuchtet.

Hurra, systemrelevant !

Angeblich sind 28 Banken in 17 Ländern derzeit so groß, dass sie das ganze Welt-Finanzsystem ins Wanken bringen können. Der sogenannte Baseler Ausschuss und der sogenannte Finanzstabilitätsrat (letzterer unter Führung des designierten Chefs der europäischen Zentralbank Mario Draghi) haben dies in einem Diskussionspapier als Zahl genannt.

Spekuliert wird nun, welche Geldhäuser „to big to fail“ sind und sich deshalb freuen können, dass ihren Aktionären das Risiko abgenommen wird (denn wenn eine „systemrelevante“ Bank zusammenbricht, wird in jedem Fall der Staat die Kosten tragen – deshalb sind solche Riesen-Banken bei „Investoren“ „beliebt“). In Deutschland sollen es die Deutsche Bank und die Commerzbank sein.

Hintergrund ist, dass „systemrelevante“ Banken möglicherweise im November von den Regierungschefs der G20-Staaten auferlegt bekommen, einen Aufschlag auf die im Basel III Abkommen genannte Eigenkapitalquote von 7 Prozent zu leisten – im Gespräch sind 2,5 Prozent.

Quelle: taz (21.7.2011)