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Hunger-Index

Die gute Nachricht: in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt ist der Hunger in den Jahren 1990 bis 2011 zurückgegangen. Der von der Welthungerhilfe errechnete Welt-Hunger-Index ist in keinem dieser 11 Staaten mehr bei einem Wert über 30 (gravierend) und erreicht lediglich noch in Bangladesh, Indien und Pakistan Werte über 20 (sehr ernst). In Nigeria, Indonesien und auf den Phillippinen liegt der Wert auf ernst (über 10), in Südafrika und China bei mäßig (über 5) und in Brasilien, Mexico und Russland bei gering (unter 5).

Der Index ist ein Mittelwert aus den prozentualen Bevölkerungsanteilen von Unterernährten, untergewichtigen Kindern unter 5 Jahren und Kindern, die vor erreichen des 5. Lebensjahres gestorben sind. Dieser Index bildet – anders als der Index der Weltgesundheitsorganisation, die nur die durchschnittliche tägliche Nährwertzufuhr erfasst – einen besseren Hungerindikator, da er auch Verteilungskonflikte in der Gesellschaft erfasst.

Quelle: telepolis, 3.5.2012

Hunger-Spekulanten

In einem Interview („taz“, 22.6.2011) macht Heiner Flassbeck von der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad) in Genf auf einige Fakten der laufenden Lebensmittel- und Rohstoff-Spekulation aufmerksam:

  • Es sei „ein beliebtes Märchen“, dass die Nachfrage aus China und Indien die Preise an den Lebensmittel- und Rohstoffmärkten nach oben treibe. Dies werde von interessierten Finanzmarktakteuren wie Goldman Sachs gestreut, um davon abzulenken, dass nicht der physische Markt, sondern der Finanzmarkt für die Preissteigerungen verantwortlich ist.
  • Die Deutsche Bank ist einer der größten Zuckerhändler der Welt. Nicht etwa, weil damit viel Geld zu verdienen wäre, sondern weil die Deutsche Bank hofft, eine Herde von Spekulanten und Unwissenden zum Kauf von Zuckerpapieren bewegen zu können, um die eigenen Bestände gewinnbringend weiterzuverkaufen.
  • Spekulanten sorgen dafür, dass einzelne Rohstoff- und Lebensmittelpreise stark steigen. Die eigentliche Bedingung für Preissteigerungen, die Wachstumsrate der Lohnstückkosten, ist in fast allen Ländern nahe Null (Ausnahme: China, wo es kräftige Lohnsteigerungen gibt).

In einem weiteren Artikel zum Thema schätzt die Entwicklungsorganisation Oxfam, dass in diesem Jahr die Zahl hungernder Menschen auf eine Milliarde anwachsen wird, nach 925 Millionen Hungernden im Vorjahr. Weiter heißt es, dass der Lebensmittelpreis-Index der UN-Agrarorganisation FAO im Mai um 14 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Pangasius schön geredet

Selbst Umwelt- und Tierschutzorganisationen können sich wirtschaftlichem Druck nicht entziehen – insbesondere dann, wenn er von politischen Diktaturen ausgeübt wird. So jüngst geschehen als der World Wildlife Fund (WWF) der vietnamesischen Regierung nachgab und eine Warnung vor dem Verzehr des Pangasius zurückzog.

Der Fisch, der als Alternative zum wegen Überfischung aussterbenden Kabeljau als Billig-Lebensmittel angeboten wird, wird in Vietnam in Becken von 100 mal 50 Meter Größe gezüchtet, in denen bis zu 300.000 Fische gemästet werden. Das Abwasser mit mindestens einer Million Tonnen Fischkot wird einfach in den Mekong-Fluss geleitet, wo es die Lebensgrundlage natürlich vorkommender Süßwasserfische zerstört.

Während Greenpeace bei seiner Bewertung Pangasius-Verzehr sei  „grundsätzlich nicht vertretbar“ änderte der WWF seine Bewertung von „besser nicht“ kaufen auf „Zucht in Umstellung“ – eine Kategorie, die es vorher nicht gab. Hintergrund ist die Erpressung der Regierung in Hanoi, den WWF aus dem Land zu werfen, wenn weiter kritische Töne über die Fischindustrie dort kommen.

Und nicht vergessen: Der Billigfisch ist in Deutschland einer der meistgekauften Fischarten.

Quelle: taz 9.2.2011

Woran sparen?

Fast die Hälfte der Deutschen will in den nächsten Monaten weiter bei Lebensmitteln und Getränken sparen, stellte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jetzt fest. Und dies obwohl die Deutschen ohnehin deutlich weniger für Essen und Trinken ausgeben wie ihre europäischen Nachbarn.

Auch Haushaltsgeräte/Möbel, Kultur, Urlaub, Bekleidung/Schuhe und Zeitungen/Zeitschriften stehen auf den Sparlisten der Deutschen ganz oben.

Quelle: 18.2.2010