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Fast 5 Milliarden zuviel

5 Prozent der Weltbevölkerung (350 Millionen Menschen) sind für ein Drittel des weltweiten Konsums verantwortlich. In einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit „Germanwatch“ wird darauf hingewiesen, dass bei einem mitteleuropäischen Konsumniveau die Ressourcen des Planeten gerade einmal für 2,1 Milliarden Menschen reichen würden – nur ein Drittel der derzeit rund 7 Milliarden Erdbewohner.

Quelle: taz 19.3.2010

Abwrackprämie rettet Konsum

Nur die Abwrackprämie brachte den privaten Verbrauch in Deutschland 2009 ins magere Plus von 0,4 Prozent. Ohne diese Staatshilfe im Wert von 5 Milliarden Euro wäre der private Konsum um 0,5 Prozent gegenüber 2008 gefallen. Es bestätigt sich damit das seit rund 20 Jahren anhaltende Bild, dass mit unterdurchschnittlichen Lohnsteigerungen, Umverteilung von Arbeitnehmern zu Geldbesitzern in Deutschland zwar die Exportindustrie gepäppelt wurde, die Binnenkonjunktur aber mehr und mehr leidet.

Quelle: taz 13.3.2010

Woran sparen?

Fast die Hälfte der Deutschen will in den nächsten Monaten weiter bei Lebensmitteln und Getränken sparen, stellte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jetzt fest. Und dies obwohl die Deutschen ohnehin deutlich weniger für Essen und Trinken ausgeben wie ihre europäischen Nachbarn.

Auch Haushaltsgeräte/Möbel, Kultur, Urlaub, Bekleidung/Schuhe und Zeitungen/Zeitschriften stehen auf den Sparlisten der Deutschen ganz oben.

Quelle: 18.2.2010

Lohnsenkung in der Mittelschicht

Preisbereinigt sank der Stundenlohn des Arbeitnehmers, der genau in der Mitte der rund 40 Millionen Arbeiter, Angestellten und Beamten liegt in den Jahren 2000 bis 2007, d.h. für die 13,79 Euro Durchschnitts-Stundenlohn kann man sich heute weniger kaufen als zu Beginn des Jahrzehnts. Das gilt auch für das Vermögen dieses Median-Verdieners, der 15288 Euro besitzt – ebenfalls zu Beginn der Krise weniger als am Beginn des Aufschwings.

Das hat Folgen: Nur um 4 Prozent stiegen die Konsumausgaben in Deutschland zwischen 2000 und 2008 – gleichzeitig stieg die gesamte Wirtschaftsleistung (das Brutto-Inlandsprodukt) um 12 Prozent. Besser hatten es die Bürger in Euroland: Sie konnten sich 2008 knapp 20 Prozent mehr Konsumgüter leisten als im Jahr 2000.

Die Kehrseite der Medaille: In den Aufschwung-Jahren nahmen die deutschen Exporte um 80 Prozent zu, was fast eine Verdoppelung ist – auch stieg der Anteil der exportabhängigen Arbeitnehmer von 15,1 Prozent im Jahr 1995 auf 22,9 Prozent im Jahr 2006.

Nur zur Erinnerung: Die globalen Ungleichgewichte zwischen Volkswirtschaften, deren Bürger mehr ausgeben als sie verdienen – vor allem die USA – und denen, wo der Export größer ist, als der Import (Deutschland, China) sind mit eine der Hauptursachen der jetzigen Krise.

Quelle: Frankfurter Rundschau 7.9.2009