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Vermessung des Mittelstands

In einem Beitrag für das Deutschlandradio beschäftigt sich Ulrike Hermann mit Marx‘ Theorie der kapitalistischen Konkurrenz und deren Trend zum Oligopol und leuchtet dabei schlaglichtartig statistisch aus, was eigentlich der viel gelobte Mittelstand in der Bundesrepublik ist: Neben ein Prozent Großunternehmen, die 68 Prozent des Umsatzes dieser Volkswirtschaft machen, und 81 Prozent Kleinbetrieben, die es gerade mal auf 6 Prozent des Umsatzes bringen, ergibt sich für den „Mittelstand“, dass dieser aus rund 18 Prozent aller Unternehmen besteht, auf die 26 Prozent der Umsätze entfallen. Vereinfacht: Jedes 100. Unternehmen ist ein Großkonzern und gehört damit zu denen, die mehr als 2/3 der verkauften Waren und Dienstleistungen produzieren. 4 von 5 Betrieben sind Kleinbetriebe, die sich volkswirtschaftlich mit etwas mehr als einem Zwanzigstel des Umsatzes zufrieden geben. Dazwischen dann eines von fünf Unternehmen, das als „Mittelstand“ rund ein Viertel aller Waren und Dienstleistungen verkauft.

Damit ist klar beschrieben, dass „Mittelstand“ nur eine sprachlich unscharfe Kategorie ist für mittelgroße Unternehmen, die zwar wesentlich für die Volkswirtschaft sind – aber längst nicht mehr bestimmend. Bestimmen tut das eine Prozent Großunternehmen, die den Löwenanteil der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung bei sich konzentrieren. Und die vielen Kleinunternehmen spielen volkswirtschaftlich allenfalls die Rolle, dass ohne ihr Zutun es sehr viel weniger Erwerbsarbeitsplätze gebe.