Schlagwort-Archive: Eon

Teure Atomkraftwerke

In einer Grafik hat die „taz“ (6.11.2010) die wahren Kosten der Atomkraftpolitik der CDU-FDP-Regierung dargestellt. Hier einige wichtige Zahlen daraus:

Das Öko-Institut schätzt den Gewinn der 4 Atomkonzerne Vattenfall,EON,RWE und EnBW aus der Laufzeitverlängerung auf 55 Milliarden Euro, die Abgaben an den Staat dafür auf 10,8 Milliarden. Die Bundesregierung rechnet schön und setzt 20 Milliarden zusätzliche Gewinne und 17 Milliarden Abgaben an.

Die kalkulierten Kosten des von Siemens in Finnland errichteten Block 3 des AKW Olkiluoto beliefen sich auf 2,5 Milliarden Euro – nach 38 Monaten Bauverzögerung werden derzeit 6 Milliarden kalkuliert

Die staatliche Förderung der Atomkraft: 68,3 Milliarden Euro durch die Nichtbesteuerung von Kernbesteuerung im Vergleich zu anderen Energieträgern und 44,2 Milliarden durch steuerfreie Reinvestition von Gewinnen aus dem Rückbau von Atomkraftwerken. Dazu kommen 55,2 Milliarden Euro Forschungsausgaben des Bundes und kleinere Posten wie die 5,3 Milliarden Forschungsausgaben der Länder oder 6,5 Milliarden für die Sanierung des Uranerzbergbaus Wismut.

Stromanbieter jetzt wechseln

Weniger als eine Million Kunden haben die echten Ökostrom-Anbieter Greenpeace Energy, Elektrizitätswerke Schönau, Naturstrom und Lichtblick. Dazu kommen 2 Millionen Kunden, die regenerativen Strom von anderen Anbietern – vorwiegend Stadtwerke aber auch Atomkonzerne – beziehen.
Das bedeutet, dass immer noch 37 Millionen Haushalte Strom der vier Atomkonzerne Vattenfall, RWE, Eon und EnBW beziehen. Und das, obwohl in Umfragen 60 Prozent der Bevölkerung gegen Atomstrom sind. Es müssten also mehr als 15 Millionen Haushalte den Stromanbieter wechseln – was den Atomstromern den Garaus machen würde.
Quellen: „taz“ (2.10.2010) und telepolis

Wähler machen Börsianer nervös

Die „Stimmung“ der Börsianer ist nach den Landtagswahlen gedrückt. In Frankfurt sagte ein Händler der Frankfurter Rundschau (1.9.2009) „dass die CDU so abgestraft wurde, bringt Unsicherheit in den Markt“ und „damit sinken die Chancen für eine schwarz-gelbe Koalition im Bund und das wiederum macht eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke eher weniger wahrscheinlich“. Die Aktien der Atomstromkonzerne RWE und Eon gaben daraufhin jedenfalls nach und der Aktienindex DAX fiel.

Kräftiger Gewinn, Massentlassungen

Mindestens 6000 Beschäftigte will der Eon-Konzern laut Gewerkschaft ver.di abbauen – wobei das Management mit Kündigungen droht. Dabei gehört Eon nicht zu den Opfern der Wirtschaftskrise – im Gegenteil: Die Energiebranche ist weitgehend konjunkturunabhängig und macht mit höheren Strom- und Gaspreisen kräftige Gewinne. So verbuchte Eon 2008 einen bereinigten Konzernüberschuss von 5,1 Milliarden Euro. Ver.di befürchtet die Entlassungen, weil Konzernchef Wulf Bernotat im vorigen Jahr ein Sparprogramm auflegte, das insgesmamt 1,5 Milliarden Euro jährlich bringen soll.

Quellen: Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung 17.6.2009

Konzernen geht es gut

Nur BMW, Linde und Thyssen-Krupp streichen in größerem Umfang stellen. Den übrigen Konzerne, die im DAX-30-Aktienindex gelistet sind, geht es dagegen so gut, dass sie nicht nur auf Notmaßnahmen wie Kurzarbeit verzichten, sondern sogar Umsatzzuwächse verzeichnen: Fresenius +15%, Eon 14%, RWE 12%. Sie und der Handelsriese Metro planen sogar Personalaufbau. Stahlproduzenten und Autobauer im DAX lassen kurzarbeiten – 200.000 Mitarbeiter.

Trotzdem fordert der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Martin Kannegießer neue Staatsgelder für seine Mitgliedsfirmen: Sie sollen von allen „spezifischen Kosten der Kurzarbeit“ durch Staatszuschüsse freigestellt werden.

Quelle: Südwest Presse 15.6.2009 unter Berufung auf „Welt“ und „Bild am Sonntag“