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Keine polnischen Pfleger/-innen

Ab 1. Mai könnten im Rahmen der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit beispielsweise auch polnische Pflegekräfte nach Deutschland kommen – wenn ihre Berufsabschlüsse anerkannt wären. Da dies nicht der Fall ist, werden polnische Pflegekräfte dann eher in die Schweiz, nach Österreich oder die skandinavischen Länder gehen, wo ihre Abschlüsse anerkannt sind.

In Deutschland könnten sie trotz Ausbildung nur als Plfege-Hilfskräfte arbeiten – zum Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde (alte Bundesländer) oder 7,50 Euro pro Stunde (neue Bundesländer). Eine examinierte Pflegefachkraft verdient zwischen 2100 und 2300 Euro brutto monatlich, was bei einer 40-Stunden-Woche mehr als 12,20 Euro pro Stunde entspricht.

In Deutschland sind derzeit 2,25 Millionen Menschen pflegebedürftig von denen 1,53 Millionen zuhause betreut werden – unter anderem von 120.000 ausländischen Pflegehilfskräften. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird geschätzt, dass ohne Zuwanderung aus dem Ausland in 10 Jahren zwischen 100.000 und 400.000 examinierte Pflegekräfte fehlen.

Quelle: taz 20.4.2011

Einschlagen auf die Opfer

Wie die Propaganda funktioniert, die aus den Opfern des Neoliberalismus kriminelle Täter und „Sozialschmarotzer“ macht, war kürzlich wieder einmal zu beobachten in einer der vielen „Doku-Soaps“ des Privatfernsehens. Das Reporterteam begleitete eine Zolleinheit, die Schwarzarbeitern und illegalen Einwanderern hinterher ist.

In einer Berliner Reparaturwerkstatt wurde das Team fündig und erwischte einen Osteuropäer, der nur mit einem abgelaufenen Touristenvisum seit Monaten für einen Niedrigstlohn dort arbeitete. Die perfide Propaganda: Weder der niedrige Lohn wurde problematisiert, noch eine Sekunde lang der Profiteur der illegalen Beschäftigung – der Firmeninhaber – gezeigt oder befragt. Die Privatsender-Propagandisten konzentrierten sich allein auf den illegal Zugewanderten und dessen „Schwarzarbeit“.

Der Täter wurde erst gar nicht erwähnt, dafür aber das Opfer als krimineller Sozialschädling abgestempelt.