Monat: September 2009

  • Koalitionsspiele mit Hintergrund

    Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose sind diejenigen, die nach dem Willen der Marktradikalen die Kosten der Finanzkrise bezahlen sollen. Bei der Bundestagswahl geht es also auch darum, zu prüfen, in welchen politischen Bündnissen dies durchgesetzt wird oder in welchen Bündnissen ein paar Bremsklötze dagegen gesetzt werden können. Deshalb hier ein kurzer Koalitions-Überblick: schwarz-gelb: Marktradikalität pur –…

  • Schwarz-gelb mit sicherer Mehrheit

    Momentan bemühen sich alle marktradikalen Propagandisten, die Wählerinnen von schwarz-gelb mit dem Gespenst allerlei irrealer Koalitionen zu mobilisieren – und dem Gespenst von rot-rot-grün. Dabei genügt ein Blick in die Wahlgesetze, um zu wissen, dass schwarz-gelb auch beim jetzigen Umfragestand bereits eine sichere Mehrheit im nächsten Bundestag haben wird. Denn bei einem relativ großen Prozentabstand…

  • Hetze gegen Ausländer

    Jürgen Rüttgers ist notorisch: Im Jahr 2000 hetzte er mit seiner „Kinder statt Inder“-Kampagne gegen die Einwanderung von Computerexerten, die die Industrie dringend benötigte. Und jetzt hetzt er gegen rumänische Arbeitnehmer, die für ihn – ganz im Duktus der Nazis und Neonazis – vor allem faul und unpünktlich sind, was der „deutsche Arbeiter“ nie sei.…

  • Lohnsenkung in der Mittelschicht

    Preisbereinigt sank der Stundenlohn des Arbeitnehmers, der genau in der Mitte der rund 40 Millionen Arbeiter, Angestellten und Beamten liegt in den Jahren 2000 bis 2007, d.h. für die 13,79 Euro Durchschnitts-Stundenlohn kann man sich heute weniger kaufen als zu Beginn des Jahrzehnts. Das gilt auch für das Vermögen dieses Median-Verdieners, der 15288 Euro besitzt…

  • Aktien- und Anleihenblase

    Seit März steigen die Aktienpreise – gleichzeitig auch die Anleihenkurse und aktuell auch noch der Goldpreis. Alle jubeln: die Krise ist vorbei. Doch in einem normalen Konjunkturzyklus entwickeln sich Aktien- und Anleihenkurse gegenläufig: Wenn die Verzinsung lang laufender Staatsanleihen sinkt, dann erwarten die Anleger eine nur geringe Inflation, was eigentlich schlecht für die Aktienwerte ist.…

  • Überflüssig und unverständlich

    Mit den Finanzmarktprodukten abgerechnet hat die Süddeutsche Zeitung in einem Kommentar (7.9.2009): „Die … Kunden empfinden die … Finanzprodukte als das, was sie sind: Unverständlich und meist überflüssig.“ Und der Kommentator Markus Zydra liefert die Erklärung gleich mit: Es gibt zuviele Finanzprodukte. Diese würden nie Kunden finden, gäbe es nicht eifrige „Bankberater“, die den Kunden…

  • Krisengewinnler

    Manche sehen in George Soros einen Menschenfreund, der sein riesiges Vermögen nutzt, um demokratische Bildung zu fördern. Und viele sehen in Soros einen profilierten Kritiker des Casino-Kapitalismus, der die notwendigen Kontrollen für die Finanzmärkte fordert. Und immerhin bezeichnete er die derzeitige Wirtschaftskrise korrekt als die schwerste seit den 1930er-Jahren.  Dass Soros aber jetzt wieder einmal zu…

  • Mindestlöhne steigen

    20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten haben einen gesetzlichen Mindestlohn. 14 Länder haben diesen Mindestlohn trotz Wirtschaftskrise angehoben. In westlichen EU-Staaten liegen die Mindestlöhne derzeit über 8,40 Euro (Ausnahme: Großbritannien mit 6,41 Euro – dort ist aber eine Erhöhung für Oktober bereits beschlossen). Spitzenreiter beim gesetzlichen Mindestlohn ist Luxemburg mit 9,73 Euro pro Stunde gefolgt von Frankreich…

  • Rosarote Brille

    Aufgrund einer dreifachen Hoffnung sehen Wirtschaftsvertreter die Zukunft gerade durch eine rosarote Brille. Diese schönfärberische Sicht blendet die drei größten volkswirtschaftlichen Risiken aus. Die Hoffnungen sind: wieder leicht steigende Preise am US-Immobilienmarkt ein achtprozentiges Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft, die staatlicherseits mit einem Konjunkturprogramm im Wert von 460 Milliarden Euro gepäppelt wird eine „gute Stimmung“ aufgrund…

  • Nachschlag für HRE

    Noch einmal 7 Milliarden Euro braucht heuer wohl die Pleite-Bank Hypo Real Estate (HRE). Mit insgesamt 110 Milliarden Euro wird die Bank dan gestützt sein – 87 Milliarden davon sind Staatsgaraniten, 15 Milliarden kommen von den Privatbanken und der Rest sind Eigenkapitalzuschüsse des Bankenrettungsfonds Soffin. Quelle: Süddeutsche Zeitung 27.8.2009

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